Wenn die Duschen gut sind, dann sollst du duschen bis die Haut schmerzt. Wer weiß, wann wieder eine gute Dusche kommt. Heute jedenfalls nicht.
Wir sind erneut auf einem „Campingplatz“ in Smolarnia bei Pila, dieser hat sogar andere Gäste. Alles ist sehr obskur und wir freuen uns auf die Weiterfahrt morgen. Heute haben wir die polnischen Friedhöfe bestaunt, das bunte Blütenmeer aus Seidenblumen sieht sehr schön aus. Die Läden haben sonntags geöffnet und die Kirchen sind bei jeder Messe so rappelvoll, dass die Leute draußen stehen müssen. Alles sehr gewöhnungsbedürftig.
Wir kamen heute auch an der Thule-Fabrik vorbei. Etwas überraschend, wo die Firma doch „Thule Sweden“ heißt.
Einer meiner Reifenmäntel hat eine kleine aber feine Beule bekommen, wir haben es geschafft, einen passenden Ersatzmantel zu bekommen. Der reist nun mit. Neu im Team sind auch zwei Signalwesten. Auf meiner steht „Verkehrsdetektiv“ und ich trage sie mit Fassung.
Morgen wird uns unser Mitreisender in Pila wieder verlassen. Dann geht es erstmal wieder zu dritt weiter. Übrigens sind uns in Polen bis jetzt erst sehr, sehr wenig Radreisende begegnet. Ich glaube es waren fünf. Dabei gibt es hier verhältnismäßig viele und gute Radwege.
So. Freddy schläft auch schon, er rief noch „Schöne Grüße“ herüber, die ich hiermit ausrichte. Gute Nacht da draußen!
Archiv für den Monat: Juni 2016
Endlich beginnt das Abenteuer!
Wir sitzen kurz vor Krysz an der Netze auf einem Campingplatz. Nein, auf einem „Campingplatz“! Wir haben das Gefühl, in diesem Jahr die ersten Gäste zu sein. Wir dürfen das Badezimmer des Hauses mitbenutzen und im Garten sitzen zwei alte Herrschaften und gucken einen amerikanischen Film mit polnischer ein-Personen-Synchronisierung auf dem Laptop, essen Flipse und trinken Schnaps. Sehr stilecht. Weiterlesen
Motti auf Zeltinspektion
Gestern schrieb Jannah einen besonders schönen blog post und dann hat das Telefon den Inhalt verschluckt. Es folgt nun eine Rekonstruktion der gestrigen Ereignisse.
Wir verließen die schöne Freizeit-Anlage in Richtung Nordost als uns nach etwa zehn Kilometer unser Nordkap-Reisender entgegen kam. Er hatte uns morgens in Küstrin wieder verlassen, da sein Tagespensum doch etwas über unserem liegt.
Jetzt hatte er aber etwas im Auge, was er nicht heraus bekam und Sorge, dass es eine Zecke sein könnte. Er war nun auf dem Weg in die nächste Stadt zum Arzt. Nach kurzer Inspektion am Straßenrand war klar: es hatte sich tatsächlich eine Zecke von innen ins Augenlid gebohrt. Getreu Oma Lümmis Ratschlag „Zecken müssen sofort raus“ wurde der ungebetene Gast noch im Straßengraben per Zeckenkarte entfernt.
Kornblumen
Wir haben heute eine kleine Hügeletappe hinter uns gebracht. Zu sehen gab es unter anderen diese schönen Kornblumen und ganz viel Schotterpiste (nicht im Bild)
Ein Badezimmer für Genießer
Und schon sind wir zu viert…
Wir sind nach unserer letzten Pause fleißig weiter geradelt und halten, da Motti schläft, an einem Hinweisschild in Sophienthal nur kurz an, um uns einen Überblick über das Oderbruch zu verschaffen. Plötzlich ertönt von rechts ein lautes: „Neee!“ Wir schauen uns um und erblicken unseren Nachbarn von heute Morgen. Die Straße, die er über die Oder nehmen wollte gibt es nicht mehr (GPS hat Karte von ca. 2004) und nun muss er 30km Richtung Süden zur nächsten Brücke nach Küstrin.
Wir haben nun Abendbrot, Kartenmaterial und viel zu viele gute Ratschläge mit ihm geteilt. Weiterlesen
Frühstück auf Omas alter Tischdecke
Wir sind wieder auf dem Weg. Gestern haben wir eine Bieberburg gesucht, aber anscheinend war der Bieber mit seinem Damm umgezogen. Zumindest gab es aber noch ausreichend Mücken.
Heute Morgen auf dem Zeltplatz haben wir einen anderen Fahrradreisenden getroffen. Der sehr nette junge Mann war auf dem Weg nach Norwegen, wusste aber nicht, dass es geschilderte und mit EU-Mitteln ausgebaute Fernradwege gibt und von Radwanderkarten hatte er auch noch nicht gehört. Vorhin haben wir ihn noch einmal getroffen. Er ist eine leicht andere Strecke gefahren und hat sich über Kopfsteinpflaster und Schnellstraße beklagt. Zumindest ersteres hatten wir auf unserem Weg nicht. Wir machen uns unsere Gedanken.
Jetzt sitzen wir in Letschin am Schinkelturm. Hier gibt es Schnitzeldöner, Kaffee und ein kombiniertes Fachgeschäft für Foto- und Anglerbedarf. Das Kind ist entspannt, das Wetter rockt und wir kommen langsam in Urlaubsstimmung.
Der neue Kocher
Vorgestern hatten wir Gelegenheit unseren neuen Kocher auszuprobieren. Es ist ein minimalistischer Kocher, der hauptsächlich Holz oder „was da ist“ verbrennt. Der Kleine ist unser Zweitkocher, falls uns mal der Spiritus für den ersten Kocher ausgeht. Es gab Spirelli mit Pesto (Sonntagsessen), immerhin verfeinert mit frischen Tomaten, Zwiebeln und ordentlich Knoblauch. Gestern dann sind wir bis zum Großen Klobichsee gefahren. Hier zelten gerade meine Eltern und uns kam schon das Empfangskommitee mit dem Rad entgegen gefahren. Wir waren allesamt im See baden und Motti ist vergnügt durchs flache Wasser gekrabbelt. Heute bleiben wir hier und haben den Tag erst einmal zum Wäsche waschen genutzt. Stellt sich raus, Kinder machen sich auch im Urlaub schmutzig. Kein Flachs.
Morgen früh geht es dann weiter.








