Archiv der Kategorie: Allgemein

Höhepunkt der Reise

Die Reisegruppenmütter beschließen heute einen Schiffausflug mit den Kindern zu machen. Drei Burgen sollen es sein. Also schippern wir den Rhein erst hoch und wieder runter. Rhabarberschorle für alle, denn es ist brüllend heiß (34 Grad). Die Mütter diskutieren über Politik, die Kinder finden einen Stock.

Schiffsausflug

Danach verabschieden wir uns zum letzten Mal und ich fahre mit den Kindern noch schnell Seilbahn.

Seilbahn fahren, rauf und wieder runter

Wir fahren zum Zeltplatz zurück, wo Freddy schon alles eingepackt hat, satteln auf und fahren noch schnell ein letztes Spaghetti-Eis essen.

Unser Zug ist pünktlich. Der Aufzug ist kaputt, die Jungs tragen alles aufs Gleis. Wir fahren mit dem RE nach Köln und dann mit dem Sprinter nach Berlin…. Denken wir.

Bei Andernach bleibt der RE stehen, ein Güterzug ist auf der Strecke liegen geblieben. 16 Minuten Umsteigezeit in Köln schmelzen zusammen. Dann die Meldung: der Sprinter von Köln nach Berlin hat auch Verspätung, es könnte klappen. Der Güterzug wird erfolgreich neu gestartet wir setzen unsere Fahrt fort. 23 Minuten Umsteigezeit. Freddy glaubt noch nicht dran, ich bin entspannt.

In Köln wechseln wir das Gleis, kaum stehe ich mit meinem Rad im voll gepackten Aufzug, kommt die Meldung: ihr Zug fällt aus. Also wieder runter und ins Reisezentrum.

Köln Hbf

Ich sage nur: 2 Erwachsene, 2 Kinder, 4 Fahrräder nach Berlin. Die Dame schaut mir in die Augen und atmet einmal tief durch. Doch es gibt einen Zug mit freien Fahrradplätzen! In nur zehn Minuten von Gleis 4. Wir hetzen durch den Kölner Hbf. An Gleis 4 fährt der ICE ein, Fahrräder gehören in Wagen 1, auf der Anzeige steht: Wagen 1 ist gesperrt.

Wir eilen trotzdem zu Wagen 1, es steigen ca. 10 Fahrräder aus, wir steigen ein. Der Schaffner pampt uns an, er könne nicht weiterfahren, bevor nicht alle Räder gesichert sein. Wir beeilen uns. Der Zug bleibt stehen.

Feuerwehreinsatz an der Strecke, der Zug fährt verspätet los. Wir müssen in Dortmund umsteigen, immerhin am selben Gleis. Die Anzeige springt mehrfach zwischen „Verbindung kann erreicht werden“ und „Verbindung kann nicht erreicht werden“ hin und her. Irgendwann wird klar… Das wird nichts…

Wir nehmen unseren Mut zusammen und sprechen den Schaffner an. er sucht und sucht, aber findet auch keine Möglichkeit, wie wir heute noch nach Berlin kommen können.

In Dortmund steigen wir also aus. Dort bekommen wir am Servicepunkt unsere Hotel-Gutscheine für das Intercity-Hotel. Die Damen an der Rezeption ist großartig und besorgt uns zwei Doppelzimmer mit Verbindungstür.

Im Mädchenzimmer funktioniert sogar die Klimanlage. Wie gehen alle duschen und fallen ins Bett.

Fallbach nach Koblenz

Die Kinder würden gerne bleiben, insbesondere weil nebenan ein riesiger Pickup-Truck mit superkleinen aber auch superniedlichen Hündchen drin steht.

Frühstücksfernsehen

Der fehlende Schatten treibt uns weiter. Die Eltern packen also in der morgendlichen Sonne ein (au,au,au), während die Kinder niedliche Hündchen auf dem Schoß haben. Der „Tisch“ wird wieder demontiert und schon geht es los.

Der Weg ist schön und schattig, doch an der Lahnmündung gibt es keinen Baum und keinen Strauch, so dass das Abschlussfoto entfällt. Schade!

Irgendwie trennt sich die Gruppe und plötzlich haben wir zwei Kinder mehr dabei. Der Weg führt uns durch Industriegebiet bis wir die Kindseltern an einer Eisdiele wieder treffen.

Plötzliche Kindsvermehrung

Endlich haben unsere Reisebegleiter neues Gas für ihren Trangia-Kocher bekommen. Dabei wurden uns vor nicht allzu langer Zeit ausführlich alle Vorteile von Gas gegenüber Ethanol erklärt (schneller, sauberer, noch was anderes) und ich hatten dem nur „Ethanol gibt es halt überall“ entgegen zu halten. Kann ich mit leben.

In Koblenz angekommen kauft Freddy uns eine Hängematte und Ramen mit Pak Choi, Sprossen, Paprika und Erdnüssen. Eigentlich ist es aber zu warm zum Essen.

Wir schauen, was Koblenz für Kinder zu bieten hat. Sie Webseiten sagen: Seilbahnfahrt, Festung, Wasserspielplatz. Der Wasserspielplatz ist geschlossen, die Festung hat keinen Schatten. Puh.

Ich schauen mir an, wie die Zeltplätze den Rhein hoch sind. Einer scheint ruhiger und wellnessiger als der nächste zu sein.

Wir atmen tief durch und beschließen morgen nach Hause zu fahren.

Vorher wollen wir noch Seilbahn fahren. Ein Fehler, wie sich herausstellen wird.

Von Obernhof (haha U-Bahnhof) nach Falbach bei Bad Ems

Ein guter Kalauer muss auch gemacht werden. Die Kinder finden Obernhof als Ortsnamen einfach zu witzig.

Die nächsten Kilometer bis Nassau sind über einen sehr hohen Berg, wegen eines Klosters. Von daher trennen wir uns auf. Der Groschen und ich fahren selbst. Die Damen überlassen es der Deutschen Bahn. Wir ächzen und trampeln und schieben und schaffen die Etappe zum Kloster sehr gut. Runter wird gebrettert und unsere Tachos brechen alle bisherigen Geschwindigkeitsrekorde.

Aussicht vom Berg

In Nassau machen wir dann Pause. Einige weil sie müssen, die anderen weil es nicht anders geht.

Ich muss mir im Netto nochmal Wasser kaufen, weil die Frau im Café an der Brücke garstig ist. Danach geht es hügelig weiter. Beim nächsten Campingplatz gibt das eine Kind auf. Hält an, setzt die Tageskilometer im Tacho auf null und will keinen Zentimeter weiter. Zu Blöd, dass erst 12 Uhr ist oder so. Ein bisschen müssen wir noch. Das ist für Bergradelnde leider ziemlich enttäuschend. Aber wir einigen uns: Ein bisschen geht noch.

Dann fällt mein Tacho ab und wird prompt von einem Traktor überfahren. Na danke.

Zur weiteren Erholung gibt es in Bad Ems (wow, so ein… spezieller Ort) Spagetti-Eis für alle, in der Eisdiele sitzen unsere russischen Freunde und essen… Spaghettieis. Die Kinder hören außerdem, dass es eine Therme gibt. Wer hat denn da noch Energie für?

Bad Ems. Heute wie vor 40 Jahren.

Zum Schluss geht es (an der Therme vorbei) nach Falbach. Oh Wunder, unsere russischstämmigen Freunde sind auch schon da. Nur der Schatten fehlt hier. Aber dafür haben sie schon ein Tarp aufgestellt.

Nun verlangen alle Kinder einen Besuch in der Therme. Das Wasser ist schön warm aber komischerweise keine Rutschen und so. Die Kinder nehmen es irgendwie hin. Zum Abendessen gibt es Bowls zum selber machen. Das geht erstaunlich gut. Jedes Kind wählt eine freie Kombination aus Nudeln, Couscous, Edamame, Kichererbsen, Hähnchen, Babyspinat, Gurke, Feta, Avocado usw.

Der Tisch ist eigentlich ein Klappstuhl.

Dann fallen wir alle berg- und/oder thermen-müde ins Bett.

Die verhältnismäßig frühen Vögel

Heute stehe ich mit dem Gefühl auf, dass es keinen Spaß macht, in der Mittagshitze von der Sonne gebraten zu werden. Daher wollen wir früh los. Zum Glück stehen alle anderen auch zeitig auf, so dass wir nach kurzem Frühstücken direkt abbauen. Die Kinder füllen die Trinkflaschen und Spülen ab. Wir Eltern bauen das Zelt ab und es geht los. Zuerst ein Stück bergauf, durch Diez und dann fällt uns auf, dass wir keine Vorräte für den heutigen Sonntag gekauft haben. Ich husche schnell in die falsche Richtung um den einzigen Bäcker von Diez aufzusuchen, der Sonntags geöffnet hat. Die anderen fahren schon vor. Beim Bäcker steh ich recht lange in der Schlange und verbringe eine gute Zeit des Vormittag damit die anderen einzuholen.

Hui

In Balduinstein überqueren wir die Brücke und warten auf den Zug. Denn der Weg bis Laurenburg ist gerüchtweise steil, rutschig, schlecht asphaltiert und hat schon zu mehreren Unfällen geführt. Das brauchen wir nicht. Wir warten ein bisschen im sehr netten Café Stellwerk mit Eis, Kalt- bzw Heißgetränk. Dann geht es pünktlich um 12:01 mit dem RB23 weiter. Und Platz für uns ist auch noch.

Kaffee am Stellwerk, leider ohne vierblättrige Kleeblätter

Wir sausen noch ein paar Kilometerchen weiter durch die Weinberge. Mittlerweile fahren doch mehr Motorboote auf der Lahn und wir kommen auch an der ersten Schleuse vorbei, an der man nicht selbst kurbeln muss.

Unser Zeltplatz ist klein aber fein (ca. 36€, Duschen 1,50€) und gegenüber liegt eine Eisdiele. Was will man mehr.

Wir sind auf einem Schalke-Platz gelandet. Die Anwesenden feiern die Schalke-Käppi des einen Kindes hart ab.

Heute Abend wollen wir in ein Weinlokal.

Im Weinlokal gibt es Weißwein von der Lahn und Würstchen mit Kartoffelsalat. Sonntagsessen.

Man wird dir nicht sagen, dass du das Kindergericht bestellt hast, aber es wird Zeichen geben.

Es wird heiß

Nachdem wir die ersten Tage jeden Tag Regen hatten, wird es jetzt richtig heiß.

Unsere russischen Freunde haben die schnellen Schuhe an und packen viel schneller als sie zusammen. Sie wollen heute 30 km fahren, was mit zwei selbst fahrenden Kindern (5 und 6) sehr beeindruckend ist.

Die Kinder dürfen bei den wilden Nachbarn Mario-Kart zocken.

Sie reisen sogar so schnell ab, dass sie ihre Gaskartusche (ein Fehlkauf) stehen lassen. Das andere Kind und ich tauschen die Kartusche eiskalt um, obwohl wir keinen Kassenbon haben und schicken das Geld elektronisch Richtung „Russland“. Dann sortieren wie unsere Sachen durch. Hier kann man Pakete verschicken. Wir packen das dickste Paket der Welt und diskutieren, an wen wir es schicken sollen, weil wir ja nicht zu Hause sind und nicht, dass es zurück geht. Irgendwann realisieren wir, dass wir ja Empfänger und Absender sind und dass es dann höchstens zu uns zurück geht… Oh Mann.

Wegen Überlastung geschlossen

Als wir dann endlich beinahe los kommen, kommen uns unsere russischen Freunde entgegen, sie waren noch beim Bäcker. Sowas.

Wir fahren alle gemeinsam los. In der ersten Kurve schnippelt einer unserer Mitreisenden die Kurve mit dem „etwas“ überladenen Fahrradanhänger die Kurve. Äpfel, Schuhe, Wasserflaschen ergießen sich über die Straße. Gemeinsam wird alles wieder aufgerichtet. Wir weisen vor den nächsten Kurven nur noch wenige Mal darauf hin, dass Kurven nicht zu schneiden sind…. Ärmster.

Der Weg ist wegen Steinschlag gesperrt, die Umleitung führt über einen Berg. E-Bike-Männer zeigen sich von ihrer besten Seite und unterstützen uns mit so hilfreichen Kommentaren wie „tja, wohl zu viel Gepäck dabei“ und „ich fahre 150km an einem Tag“. Danke!

Unsere neuen Freunde haben am Berg weniger Probleme und setzen sich ab. Wir schnaufen und halten aus.

In Limburg treffen wir sie dann aber in der Eisdiele wieder. Das eine Kind bekommt erstaunlicherweise noch einen „Baby-Einhornbecher“.

Ich fahre zum örtlichen Elektronik-Markt und kaufe eine neue Powerbank (groß) und eine Boombox (klein). Diese wird dann auch gleich eingeweiht. Wir lassen uns von „System of a Down“ und „Nena“ die Lahn hinunter tragen.

Kleine Krachmaschine

Bevor es weitergeht fahre ich noch schnell an Deutschlands berühmtesten Ex-Koi-Karpfenteich vorbei und weile im Schatten von Tebartz van Elst seiner Hütte. Märchenhaft.

Es wird fürchterlich heiß. Endlich der Zeltplatz, doch irgendwas fühlt sich falsch an. Neben den Wohnwagen parken Porsche und Co. Oh oh. Der Platzwart fragt, ob wir reserviert haben (haben wir nicht). Ein Blick auf die Karte bringt Klärung, unser Zeltplatz ist weniger Meter weiter, jedoch muss man über einen starken Anstieg. Wir kämpfen uns hoch, ein E-Bike-Mann gibt noch einmal hilfreiche Kommentare ab und ich schaffe es, nicht schnippisch zu werden. Yeah.

Da ist unser Zeltplatz (30,25€, Duschen 1€) wir legen uns ersten in den Schatten, die Kinder hören Musik und lesen ein Buch, irgendwann kommt der Vater mit einem Eis. Urlaub.

Freddy meint, Spaß vom Typ II würde es gar nicht geben, das wäre einfach nur Arbeit und Werkstolz. Ich denke darüber nach.

Unser Zelt steht unter einem Apfelbaum und nachts hört man ab und zu einen Apfel vom Baum plumsen.

Schleuse auf Durchzug

Am Freitag ist unsere Kanu-Tour. Wir lassen uns mit dem Bus von Runkel nach Aumenau fahren um dann mit dem Kanu (genauer gesagt wei Kanus, eins nur für Mädchen und eins nur für Jungs) zurück zum Campingplatz. Die Fahrt führt uns durch zwei Schleusen, die erste wird ganz wunderbar für uns im Supertempo geschleust. Dann wechseln im Jungsboot die Positionen und der Große darf Mal hinten sitzen und lenken. Wie es sich zum lernen gehört, fahren wir wild im Zick-Zack. Aber längst nicht so viel wie bei Papas erster Tour auf dem Kanu.

Dann badet unser erstes Familienmitglied unerwartet in der Lahn: Die Schalke-Cappy. Wird aber wieder rausgeangelt. Bei der Aufregung verlieren wir die Mädels aus den Augen. Sie fahren vor und erleben ein ungeheures Abenteuer. Jemand versucht die zweite Schleuse zu bedienen und öffnet die Schotten auf beiden Seiten! (Nur die Schotten, nicht die Schleusentore zum Glück). Nach reichlich Geschrei wird das dann flott korrigiert und ordnungsgemäß weitergeschleust. Unsere Nachhut kriegt davon nichts mit. Der Große schleust uns ordentlich durch und wir treffen pünktlich genug wieder am Rastplatz ein.

Brombeerjagt vom Kanu aus
Kanu fahren, jeder wie er mag

Zum Abend wollen wir nochmals einkehren. Es sind alle zu Müde und zu Platt um zu kochen. Die örtliche Pizzeria hat Platz für uns und wir bestellen schneller als der Blitz. Dann warten und warten wir. Alle Geduld versiegt, die Kartenspiele sind ausgespielt, die Blöcke umrundet und der Spielplatz durchgespielt. Erst nach neunzig Minuten kommt unser Essen. Puh. Dann alle ganz schnell futtern und schon wir fallen sofort ins Bett. Das reicht.

Pistazienpizza

Hosanna in der Höh

Aiaiai. Pizzsessen war ein Abenteuer. Elf Personen und jeder hat Bedürfnisse, die Bedienung ist tapfer.

Wir sitzen abends am Lagerfeuer und bohren die dicken Bretter. Irgendwann sind wir dann bar doch vernünftig und verschwinden in den Zelten. Morgens geht es weiter und plötzlich haben alle die schnellen Schuhe an. Dieses Mal sind die beiden Jungs aus Bonn zuerst fertig. Sie wollen heute bis Limburg und werden unsere bunte Reisetruppe daher verlassen.

Dann wird unsere Powerbank von der Ladung gemopst, was die Kinder zutiefst entrüstet. Wir sagen allen neu gewonnenen Freunden auf Wiedersehen, es werden Adressen getauscht und Fische verabschiedet.

Wir sausen los und treffen unsere russischen Freunde in der Eismanufaktur wieder. Dort bestellen wir den Kindern viel zu großes Einhorn-Eis. Erstaunlicherweise essen die Kinder auf.

Baby-Einhorneis in der Größe eines Baby Einhorns

Dann finden wir einen Mini-Wasserfall, das Wasser ist eiskalt und der Wasserfall wir gestaut und entstaut und gestaut.

Kleiner Wasserfall am Wegesrand

Danach schauen wir uns noch die Unica-Wand an. Der Vater und das eine Kind sind mäßig angetan, das andere Kind und ich feiern es ab.

Heil Fossilien

Spät rollen wir in Runkel ein. Wir beschließen morgen eine Kanutour zu machen und abends kommen die russischen Schwiegereltern und bringen Feuerholz mit. Wir machen eine Grillparty mit Couscous Halloumi und russischem Salat.

Morgen dann Kanutour. Yeah.

Nachtrag: Nebenan zeltet eine Gruppe Väter mit ihren Söhnen. Die Söhne spielen Fußball und Federball, die Väter zocken Mario Kart. Unsere Kinder freuen sich und zocken eine Runde mit.

Pausentag

Das eine Kind schließt sich wieder denn allein Reisenden Jungs an und brettert vor. Wir fahren zu dritt hinterher. Unterwegs treffen wir unsere russischen Nachbarn. Wir Mütter planen in etwa dreißig Sekunden ein gemeinsames Abendessen und schon geht es weiter.

Wie kommen an einer Quelle vorbei, wo man Sprudel abzapfen kann. Die Kinder sind begeistert, zusammen mit Pfirsichteegranulat schäumt es dann aber ganz fürchterlich.

Wir machen mit den Jungs einen Deal: Wir laden sie zum Abendbrot ein, wenn sie für uns Kartoffeln und Möhren transportieren. Sie freuen sich kurz, realisieren dann aber, dass Kartoffeln schwer sind. Muuuahaha.

In Weilburg kann man mit dem Kanu durch einen Tunnel im Berg fahren. Wir schauen von außen zu, auch aufregend.

Schiffstunnel in Weilburg
Keine Benutzung erkennbar

Kurz vor dem Zeltplatz (38€, Duschen und Schwimmbad inklusive), müssen wir die Räder eine steile Treppe hinauf zur Brücke schieben. Wie laden ab und die Kinder helfen großartig mit, die Berge von Gepäck nach oben zu schleppen.

Treppengeschleppe

Auf dem Zeltplatz warten schon die Russen auf uns, wir bekommen die Plätze direkt nebenan und freuen uns.

Das eine Kind liest eine Runde und das andere springt gleich ins Schwimmbad.

Abends gibt es Kartoffeln mit Kräuterquark, Würstchen und Salat für Alle.

Festmahl für die ganzen Familien

Die Luxemburger sind auch hier, sie schlafen in Zirkuszelten und duschen bis spät in die Nacht.

Schwanfamilie neben dem Zelt

Heute ist Pausentag mit Schwimmbad und Minigolf. Ein Bruder der Russen bringt uns Brennspiritus mit, es läuft.

Heute Abend gibt es Pizza aus dem Dorf und morgen geht es weiter Richtung Runkel.

Da kannst du in die tiefste Natur fahren…

Wetzlar ist eine Autostadt. Zumindest wirkt es vom Radweg aus so. Wie fahren vorbei an riesigen Einkaufszentren und noch größeren Parkhäusern. Es ist laut, wir wollen wieder raus.

Hinter Wetzlar kommen wir an einer Schleuse mit Selbstbedienung vorbei. Yeah! Die Kanuten freuen sich, dass die Kinder mitkurbeln wollen und so werden für einige Schleusengänge die Muskeln trainiert.

Mucki-Macher

An der Schleuse holen uns auch die Jungs (15+17) von gestern Abend ein.

Die Kinder rufen noch: „dürfen wir mit denen mitfahren?“ Und schon sind sie weg. Wie haben Nummern getauscht und uns für denselben Zeltplatz verabredet. Die Kinder dürfen, und probieren es nach Kräften.

Das eine Kind schafft es dann tatsächlich, die beiden einzuholen, das andere ist unzufrieden, dass es noch so klein ist. Die drei Großen sind so schnell, dass wir weder an Feuerwehr noch an Eisdiele stehen bleiben.

Beim Rewe kaufen wir Salat, Halloumi und Oliven um unsere Nudeln zu ergänzen.

Ein Nagel

Beim Zeltplatz treffen wir die anderen wieder und melden uns an. Es gibt drei Zeltplätze direkt nebeneinander und wir haben zielsicher den ersten, aber auch den össeligsten gewählt. Das erklärt, warum der Herr von der Anmeldung sagte: außer euch kommt heute sicher niemand mehr. Erst sind wir grummelig, im Laufe des Abends stellt es sich aber als ein Glücksfall heraus.

Erst einmal sitzen wir aber an der Lahn, bemerken, dass wir trotz Wolkenwetter alle etwas Sonnenbrand haben und teilen unsere Körnerbrötchen mit Salami.

Es gibt für alle ein Eis am Nachbarplatz und es landen jede Menge Kanuten an. Was ich erst für tiefstes hessisch oder esperanto halte stellt sich dann als luxemburgerisch heraus. Unerwartet.

Wir bauen unser Zelt wieder mit den allein Reisenden Jungs auf und erstaunlicherweise füllt sich die Zeltwiese. Erst kommen Kanuten, die wir schon von der Schleuse kennen, dann ein Trupp Radfahrer. Drei Erwachsene mit drei Kindern.

Sie wollen eine Plane über ihre Zelte spannen, für heute Nacht und morgen früh Regen angesagt ist. Alle Kinder (inkl. unserer dürfen dabei helfen. Eine große Schau und Unterhaltungsprogramm für alle Anwesenden.

Wir beschließen uns Holz für das Lagerfeuer zu teilen, die Jungs fahren noch mal zum Rewe und kaufen Marshmallows und schon beginnt ein netter Lagerfeuerabend mit Geschichten von früher und heute. Wir teilen Chips, Sonnenblumenketne und Kvas. Generationenübergreifend geht es um Medienkonsum, Handysperren der Eltern, ab wann man ein Handy bekommt, Reiseerlebnisse, fehlende Glühwürmchen und natürlich den Bischofssitz zu Limburg.

Lagerfeuer, kann Lager feuern

Die Kinder bleiben ewig wach, wir hoffen, dass sie am Morgen lang schlafen weil wegen Dauerregen. Das klappt natürlich nicht ganz. Jetzt liegen wir im Zelt, hören den Regen zu und die Kinder hauen auf Vaters Telefon die Turmspitze ab.

Beim Frühstück trifft sich alles unter dem Vordach. Heute Nacht haben leider nicht alle Zelte dicht gehalten. Beim Frühstück wird viel aufgehängt und trockengelegt. Die Eltern wirken müde, die Kinder glücklich. Ein Abendteuer.

Heute wollen wir nach Weilburg, dort soll es einen Schiffstunnel und einen Zeltplatz mit Pool geben.

Segelflug und Knoblauchdunst

Was für eine Nacht.

Herzlich willkommen.

Wir verlassen den Zeltplatz mit „Verbotskultur“ und finden ein schönes Stück Weg durch das Naturschutzgebiet. Wunderschön.

Tagpfauenaugenraupe

Über uns kreisen Segelflugzeuge und scheinen auch in der Nähe zu landen. Wir entschließen uns wieder den erstbesten Zeltplatz zu nehmen, die Kinder werfen ihr Gepäck ab und schon geht es mit dem Vater zum Segelflugplatz.

Segelflugzeug

Zum Zeltplatz (42€) gehört ein gut besuchtes griechisches Restaurant. Wir reservieren einen Tisch für heute Abend und bauen unser Zelt im Knoblauchdunst auf.

Da die Kinder gestern Abend spontan beschlossen haben, in Kleidung zu duschen und die Sachen heute Nacht im Regen merkwürdigerweise nicht getrocknet sind, werfe ich auch noch eine schnelle Wäsche mit Trockner an.

Neben uns zelten heute zwei Brüder, die ebenfalls die Lahn runter fahren. Die beiden sind noch unter 18 und haben immer Sorge, ob sie auf einem Zeltplatz aufgenommen werden (trotz Muttizettel). Die Ausrüstung ist von Oma und Mutti hat vier Wäscheklammern eingepackt. Sehr nett.

Abends spielen wir mit den Nachbarn ein paar flotte Runden Mogelmotte. Auch pfuschen will gelernt sein.

Kurze Zwischenstatistik:

Wettersteine: 2

Planetenwege: 2

„Ich baller mit mein Rad“: ca. 312

Ohrwürmer: 1

Daumen hoch, das eine Kind: 9

Daumen hoch, das andere Kind: 11

Beerensorten: Blau, Brom, Walderd, Him