Archiv des Autors: Jannah

Wir baden immer noch.

Wir haben zwar eine Seeschlange gesehen, wurden von dieser aber nicht aufgefressen. Wir baden noch ein paar Tage weiter und fahren Mitte nächster Woche zurück nach Deutschland.Foto wurde aus unserer neuen Hängatte heraus geschossen.

Ruhe und Frieden

Wir verlassen den als kinderfreundlich beworbenen Campingplatz fluchtartig. Im Internet suche ich nach einem familiären Campingplatz, einen solchen soll es zwanzig Kilometer weiter geben, also nix wie los. Mittags kaufen wir im Tesco ein, ein Wahnsinn. Der Laden ist riesig und alle sind total gestresst. Wir müssen noch einen Kindersitz für die Rückfahrt kaufen, werden aber leider nicht fündig. Der Spielplatz, den wir für die Mittagspause ansteuern gibt es leider nicht mehr. Egal, spielen wir halt Fußball.

Der Zeltplatz ist dann wirklich ziemlich schön. Er ist sehr klein und ziemlich schattig. Eine eigene Badestelle gibt es auch. Hier werden wir ein paar Tage bleiben und ordentlich baden gehen.

Und aus den Zelten dringt leise Manowar

Freddy holt Frühstück für uns. Es gibt also Croissants und Brötchen mit Paprikastückchen drin. Das schmeckt mit Schokocreme erstaunlich mittel. Wir bauen sehr langsam ab und kaufen gleich noch einmal ein. Die Brötchen sind inzwischen ausverkauft, aber grundsätzlich scheint der Ungar seinen Wocheneinkauf am Sonntag zu erledigen. Voll bepackt mir guten Sachen geht es los. Beinahe überfahren wir eine Schlange und erschrecken und mordsmäßig. Die Schlange bestimmt auch. Bei Nagymaros ist ein Strandbad, nebenan gibt es eine Lounge für junggebliebene Eltern mit elektronischer Musik, Spielküche, Spielbaggern und veganem Essen. Wir bestellen Dinge, die ganz hervorragend sind und Freddy lässt sich ein erfrischendes Getränk ohne Alkohol empfehlen, welches sich als Apfelschorle herausstellt.

Die Kinder spielen und fallen schon nach wenigen Metern über im Anhänger in den Tiefschlaf. Wir gönnen es ihnen von Herzen. Wir überholen einen Vater, der mit seinen zwei Kindern auf dem Liegerad unterwegs ist. Leider trägt niemand einen Helm und die Kinder nicht einmal einen Sonnenhut. Wir zuppeln unsere Warnwesten gerade und überlegen, wer hier einen an der Waffel hat. In Vác wollen wir zelten. Den Zeltplatz mit Hostel oder anders herum finden wir auch gut, leider ist der Chef nicht da und nur Freunde von Freunden und Zelten…, unklar, niemand weiß Bescheid. Irgendwie machen wir verständlich, das wir wirklich Zelten wollen, und wird aber noch ungefähr 15 Mal ein Zimmer angeboten, „wegen der Kinder“. Wir lehnen dankend ab. Jemand schleppt drei kleine Kätzchen an, die Kinder sind von den Socken. Der Große tut, was ein Kind in so einer Situation anscheinend tun muss und fängt an die sehr geduldigen Tiere durch die Gegend zu tragen. Wir bauen eine Katzenangel und der Bub verspricht, den Katzen nicht in den Schutthaufen hinterher zu steigen. Das kann ja was werden. Nach und kam noch ein Vater mit seinem 14-Jährigen Sohn Erik vom Prenzlberg an und ein Ami mit seiner Hängematte. Die Freunde der Freunde hatten sich mittlerweile an Zeltende gewöhnt und ließen uns gewähren. Am nächsten Morgen lernt der Bub von Erik, was eine Zahnspange ist und trägt fleißig Katzen durch die Gegend. Dann auf zur Fähre, hier müssen wir lange warten und vertreiben und die Zeit mit Brötchen Essen.

Der Weg nach Budapest rein ist sehr nett, das heißt, wir sind vernünftig und nehmen den Wasserbus, der uns die letzten Kilometer in die Stadt bringt. Jetzt liegen wir gerade in unserem Zelt, das auf einem Hinterhof zusammen mit 25 anderen Zelten dicht an dicht steht. Das ganze heißt Bikercamp und hier dürfen nur Motorradfahrer und Radler zelten. Das ist eine witzige Mischung. Die Rocker hören harte Gitarrenmusik (in angemessener Zeltplatzlautstärke, tragen schwarz und sind sehr nett. Die Radler tragen Funktionskleidung, tauschen Streckeninfos uns und sind natürlich auch sehr nett. Der Große darf sich dilen Blasebalg der Nachbarn ausleihen und findet dies sehr nett.

Achja, in Ungarn darf man Enten nicht nur füttern, nein, es gibt auch noch Entenfutterautomaten.

Eine echte Fähre

Heute morgen macht sich mein Schlafmangel bemerkbar. Die Kleine hatte ein paar unruhige Nächte und wir kommen nicht oft früh ins Bett. Also legen die Kleine und ich uns nochmal auf die Wiese und die Jungs gucken den Wasserballern zu die heute das Schwimmbecken in Beschlag genommen haben. Mittags essen wir dann noch lecker Pizza und dann geht es endlich los. Erst fahren wir kreuz und quer durch die Stadt und suchen den Radweg. Dieser führt sehr schön sie Donau entlang. Die Basilika von Esztergom sieht sehr imposant aus und wir ärgern uns etwas, diese nicht besucht zu haben. Erfahrungsgemäß ist dies mit den Kindern ohnehin nicht so leicht. Dann folgt endlich wieder Hauptstraße und nach wenigen Kilometern müssen wir eine echte Fähre über die Donau nehmen.

Auf der anderen Seite finden wir einen schönen Schattenplatz mot Blic auf d Donauuehund endlich, endlich eine Langos-Bude, die augenscheinlich den halben Ort ernährt.

Achja, Freddy kaufte Eis und Kaffe für uns, irgendwie war aber ungefähr eine halbe Tasse unterwegs in Richtung seines Mundes verloren gegangen. Ich bat um eine Tasse rabenschwarzen Kaffees als Ersatz. Dank Sprachbarriere habe ich dann wenig später Kaffee mit Eis, Milch, Sahne, Karamellsirup und Zimt obendrauf getrunken. Auch lecker.

Kormoran oder so

Die Therme in Komarom ist leider mehr Heil- als Schwimmbad. Wir fallen gleich mehrfach unangenehm auf und werden zu Beginn der Wassergymnastik mit unseren Wasserratten sehr deutlich des einzigen für Kinder elaubten Beckens verwiesen. Puh. Gut, dass die Beiden durchgetobt sind und für gefühlte Ewigkeiten in den Mittagsschlaf fallen. Nachmittags geht Freddy mit der Kleinen Seife kaufen und ich erobere mit dem Bub das Planschbecken. Wegen für ungarische Verhältnisse sehr schlechtem Wetter, sind wir die einzigen Besucher (Außenbecken), was unserem Badespaß aber keinen Abbruch tut.

Abends gehen wir essen und fallen wegen herunter gefallener Gurkenscheiben und Pommes schon wieder unangenehm auf. Kein Wunder, dass wir so wenig Kinder sehen.

Wir ziehen weiter. Unser Weg führt uns über ein Schnellstraße ohne Radweg und wir sind schon nach wenigen Kilometern ziemlich geschlaucht. Wir haben zwar Warnwesten, Wimpel und Taglicht an, aber so ganz sicher fühlt man sich ja nie. Wir machen an einem Zeltplatz Mittagspause. Hier gibt es einen Spielzeugrasenmäher, der unserem Sohn anscheinend in seinem Leben gefehlt hat, also bleiben wir hier. Der Große lernt von einem Angler alles über Karpfen und vor allem, wie die Angelklingel funktioniert (macht Dingdong, sobald ein Fisch anbeißt). Der Angler ist erstaunlich geduldig und schaut seelenruhig dabei zu, wie der Große sein Equipment auf Haltbarkeit testet.

An unserem Zeltplatz gibt es diesmal nicht nur einen „Lauflernwagen“, nein, sogar eine Babybadewanne steht bereit. Wow!

Am nächsten Morgen geht es wieder über die Schnellstraße. Wir sind Ruckzuck wieder im Teich und beschließen nur bis Esztergom zu fahren. Der Zeltplatz hat ein Schwimmbecken, von dem wir ausgiebig Gebrauch machen. Unsere Zeltnachbarin haben wir schon einmal in Linz getroffen. Sie schaut sich alles sehr, sehr gründlich an.

Zu Abend gibt es Chili sine carne. Endlich kommen also unsere eingepackten Lorbeerblätter zum Einsatz.

Tour de Schlagloch

Wir kommen nicht gut in den Tag rein. Nach einem schönen Zeltplatz ist es häufig schwer, weil man weiß, dass der nächste Platz sehr wahrscheinlich nicht mithalten kann. Wir fahren nach Györ und finden dort einen netten Wasserspielplatz. Was wir nicht finden, ist Spiritus für unseren Kocher. Der geht nämlich zur Neige. Nachdem wir eine ganze Weile getobt haben, müssten wir eigentlich weiterfahren. Wir sind aber irgendwie unentschieden und der Große möchte auf keinen Fall in den Anhänger und schlafen. Er ist überhaupt nicht müde. Wir diskutieren, das Kind steigt ein und ist noch vor der nächsten Strašenecke im Tiefschlaf. Was nun? Wir beraten uns. Weiterfahren? Bleiben? Es ist sehr, sehr heiß und wir entscheiden uns fürs bleiben. Ich finde ein nettes Hotel, wir laden ab und durchstreifen die Stadt. Den „Stock im Eisen“ finden wir nicht und die Langos-Manufaktur hat ausgerechnet heute geschlossen.

Ich kaufe Fensterreiniger und wir versuchen diesen anzuzünden. Pustekuchen. Die Suche nach Brennstoff für unseren Kocher geht weiter. Wir gehen in ein Restaurant, welches uns von der Touristeninformation als typisch ungarisch und kinderfreundlich empfohlen wird. Es gibt dort Burger und Steak, wir entscheiden uns für Cordon Bleu und träumen von Langos. Immerhin gibt es hier überall alkoholfreies Radler zu kaufen.

Unser Hotel ist klein und fein und hat eine Spielecke für Kinder. Mit Mühe und Not eisen wir den Großen dort wieder raus und gehen ins Bett.

Das Frühstück ist ziemlich nett, der Große bekommt ein Schokocroissant geschenkt, ohne dass die Eltern es verhindern können. Oha.

Schnell wieder aufgeladen und schon sind wir unterwegs.

Neben dem Radweg ist ein OBI, ich finde zwischen Farben und Lacken unseren Brennspiritus.

Heute haben wir eine fiese Schotterstrecke vor uns. Wir fahren hoch konzentriert, überholen dabei ein paar Mietradradler und verlieren bei der ganzen Schuckelei tatsächlich eine unserer Fahnen. Endlich haben wir es geschafft. Pause machen wir in Böny neben einer der vielen Trinkwasserpumpen unter einem Baum (die Sonne brennt).

Kefir, Aprikosen und Weintrauben werden geteilt, die Kleine darf von jedem Eis einmal probieren. Einen Spielplatz haben wir leider nicht gefunden, aber auch so haben wir eine gute Zeit. Schnell wird hinten wieder geschlafen und wir fahren weiter. Dann die nächste Schotterstrecke, diesmal sogar ohne Schatten. Gut, dass die Kinder schlafen, sonst könnten sie jetzt viele neue Wörter lernen. Freddy zieht den Karren durch den Dreck. Mannometer. Dann endlich Asphalt, gespickt mit den schönsten Schlaglöchern seit langem. Die Sonne brennt und der Vater kurvt meisterhaft. Ich schaue auf die Karte, wir müssen uns entscheiden, noch mehr Schotter oder einen Umweg. Wir entscheiden uns einstimmig für den Umweg und sausen los. Die Kinder schlafen schon recht lang, als Freddy an einem Bahnübergang warten muss. Die Kinder wachen natürlich auf und wir planen Mal wieder um und steuern auf dem direkten Weg den nächsten Zeltplatz an. Der Weg dahin führt über einen sandigen Pfad und bald wünschen wir uns die Schlaglöcher zurück. Wir schieben, während die Laune im Anhänger langsam mäßig wird. Freddy glaubt schon, wir wären verloren und man würde uns erst in Jahren finden, als wir plötzlich aus dem Dickicht brechen und auf der Endhaltestelle einer Buslinie stehen. Der Busfahrer ist auch einigermaßen erstaunt, uns zu sehen. Nun muss noch 400m bis zum Zeltplatz. Dort angekommen sehen wir: den Zeltplatz gibt es nicht mehr. Ich sehe auf der Karte, das nebenan eine Gaststätte sein soll. Wir würden jetzt alles nehmen, finden aber ein sehr nettes Lokal mit Kinderecke und wirklich gutem Essen. Mit Gulasch im Bauch schmieden wir einen neuen Plan. Der nächste Zeltplatz ist in Komarom, das schaffen wir. Der Wetterbericht stimmt uns trotz verdächtig grauem Himmel zu.

Kaum sind wir losgefahren, fängt ein Gewitter an. Wir stellen uns mehrfach unter und werden trotzdem bis auf die Unterbuxe nassgeregnet. Die Laune im Anhänger sinkt rapide. In einer Bushaltestelle liest der Vater Pixi-Bücher vor, während ich mit steigender Verzweifelung Hotels anrufe. Alle sind voll belegt. Wir beschließen zur Not irgendwie im Zelt zu schlafen. Das lässt sich vielleicht auch im Regen aufbauen, ohne dass es nass wird. Ich frage auf dem Weg noch in einigen Hotels nach, alle sind „Fully booked“. Es regnet in Strömen. Der Zeltplatz steht unter Wasser, die Dame in der Rezeption schafft es tatsächlich noch ein Zimmer für uns zu finden. Nun sitzen wir im Trocknen und gehen morgen ins Thermalbad. Was ein Tag. Der hatte an vielen Stellen echt besser laufen können.

Die bösen Buckel

Also um 2:45 war die Party noch in vollem Gange, die Biene und ich nehmen dies zur Kenntnis und fallen zurück in den Tiefschlaf. Um sieben stehen wir dann auf und ich gehe mit den Kinder frühstücken wàhrend der Vater das Zelt aufbaut und die Räder beläd. Noch einmal kurz geschaukelt und schon wenige Stunden später sitzen wir auf den Rädern.

Leider hat es sich ausgeflüsterasphaltet. Das kann auch daran liegen, dass wir nun nicht dem Radweg folgen, sondern über die Dörfer juckeln. In Ungarn haben Geschäfte auch sonntags geöffnet. Der angepeilte Dorfladen bis um 10:00 Uhr und Punkt 9:55 rollen wir vor. Ich kaufe schnell Möhren, Kümmelhörnchen und Käsenaschwerk für die Mittagspause. Sogar Hafermilch gibt es im Dorfladen. Ich bin beeindruckt und freue mich auf morgen früh.

Pause machen wir an einem Badesee in Sérfenyösziget, wir treffen eine Familie aus Hanover, welche auf Besuch bei der Oma ist. Anscheinend braucht man von Hanover 10 oder 15 Stunden mit dem Auto, der Nachwuchs war sich uneins.

Ich hebe aus Versehen viel zu viel Geld (Forint) ab, wir werden die nächsten Tage also in Saus und Braus leben müssen.

Auf einer Brücke begegnen wir den Bösen Buckeln. Anscheinend verfolgen die uns, denn Freddy behauptet, er würde jede Nacht auf ihnen schlafen.

Unser Zeltplatz ist Ásványráró und auch der Garten der Familie. Gestern wurde hier Hochzeit gefeiert. Die Deko hängt noch und heute kam die Verwandtschaft nochmal, um die Reste zu vernichten. Wir bekommen zwei riesige Stücke Hochzeitstorte geschenkt und werden diese am Bach sitzend futtern, sobald die Kinder im Bett sind. Der Zeltplatz kostet umgerechnet nur 9€, Saus und Braus werden also noch warten müssen.

Schön heute! Freddy sagt, ich hätte den Kuchen nicht neben die Ameisenstraße stellen sollen. Er war bei richtiger Beleuchtung (also ohne) trotzdem superlecker und nun fliegen die Fledermäuse um uns herum.

Flüsterasphalt

Da unsere Vorräte erschöpft sind, gehen wir ausnahmsweise aus frühstücken. Schnell noch das nasse Zelt eingepackt und die Wäsche gewaschen, schon geht es los. In Petronell-Carnutum (Freddy sagt immer Citronella) finden wir das uns empfohlene Cafe. Anscheinend wurde es auch anderen empfohlen, es ist nämlich richtig voll und lecker. Manometer, wir essen so viel, dass wir kaum noch laufen können. Hoffentlich geht der Weg bergab.

Nach Hainburg geht es erstmal bergauf. In Wolfthal sind wir dann endgültig fertig. Obwohl es noch viel zu früh ist, machen wir hier unsere Mittagspause. In der Kirche lernt der Große viel über Engel und Weihwasser, die Küsterin schenkt uns ein Bonbon. Eine Beerdigung steht an, die Bestatter bauen alles auf. Sehr spannend. Es werden Kränze gehängt und Schleifen gerückt, der Chef macht Fotos und schreibt sie Texte der Schleifen ab. Aha. Wir gehen an die andere Seite der Kirche, um die Beerdigungsgesellschaft nicht zu stören. Bis zum Zeltplatz sind es noch 35 km, zu viel für den Nachmittag. Wir halten Krisensitzung und beschließen uns zur Not ein Zimmer zu suchen.

Los geht es Richtung Grenze, kurz hinter eben dieser wird der Fahrradweg zum typisch osteuropäischen Plattenweg. Schnauff.

Wir beißen die Zähne zusammen und drücken auf die Tube. Langsam wird der Weg besser und dann plötzlich: Flüsterasphalt und Rückenwind! Wir beginnen zu glauben, dass wir es schaffen können. Die Kleine denkt das auch und wacht prompt auf. Wir schmieden einen Notfallplan und fahren auf einen zwar nicht weit entfernten Zeltplatz, der aber nicht auf unserer Route liegt.

Dort angekommen erfahren wir, dass hier gerade die River Rafting Europameisterschaften zu Ende gehen. Alles ist voll mit jungen Europäern mit gestählten Oberkörpern. Es gibt ein Trampolin für den Großen und frittierten Tofu für uns. Gerade schlafen die Kinder ein, während nebenan ein Medley aus verschiedenen Nationalhymnen zur Siegerehrung läuft.

Rennstrecke:

Festivalgefühl:

Nächstes gibt es dann die After-Party und Feuerwerk. Der kleine verschläft es, die kleine ist „not amused“. Irgendwann schlafen dann aber alle tief und fest.

Feuerwerk, mit geschlossenen Augen aus dem Zelt raus fotografiert:

Hinter Wien ist anders

Der Radweg zwischen Passau und Wien ist nicht nur wunderschön, sondern auch perfekt ausgebaut und voll mit Radreisenden, die auf dem Elektrorad ihr Kreuzfahrtschiff verfolgen.

Jetzt also Wildnis. Kurz hinter Wien steht ein nackter Mann auf dem Fahrradweg. „Warum?“ tönt es vom Kindersitz. Armer Vater.

Wir fahren in den Nationalpark Lobau und überholen zwei Australier auf ihren Klapprädern, die wir vor einigen Tagen (ich glaube Krems) schon einmal getroffen haben. Es wird fleißig gewinkt, angehalten wird nicht, die Kleine schläft nämlich. Dann folgt eine Umleitung, die mit „Umleitung“ beschildert ist. Wir denken an die Australier und hoffen, dass sie zurecht kommen. Da wir auf die Südseite der Donau wechseln wollen, alles nicht so wild für uns. In Orth essen wir geeiste Gurkensuppe und Kräutersaiblinge. Der Bub schlürft seine Frittatensuppe, mhh.

Noch eine kurze Pause, dann auf zur Fähre. Es gibt nur einen Liegeplatz und an dem ist schon eine Cafe-Schiff festgemacht. Für die Fähre muss man erst auf das Cafe-Schiff und dann auf der anderen Seite von Cafe-Schiff auf die Fähre steigen. Die ist in Wirklichkeit ein Katamaran auf den allerhöchens fünf Leute mit Fahrrad passen. Wir steigen über und schon brausen wir ans andere Ufer. Freddy sucht den Steg. Pustekuchen, wir werden direkt am Ufer abgesetzt und werfen erstmal ordentlich Steine in die Donau.

Hier setzte die Fähre von Orth und ab:

Nun nur noch wenige Meter durch den Schlamm und schon stehen wir wieder auf unserem Fahrradweg. Der Weg ist so steil, dass wir endlich Mal wieder schieben müssen, dann sausen wir mit viel Rückenwind an Sonnenblumenfeldern vorbei nach Petronell-Carnutum. Wir müssen noch einkaufen und wollen auch noch den Archäologiepark besichtigen. Der Supermarkt in Petronell-Carnutum schließt freitags bereits um zwölf und der Archäologiepark war auch schon dabei die Bürgersteige hoch zu klappen. Ohje. Wir fahren zur Tennishalle mit angeschlossenem Zeltplatz und treffen die Australier wieder. Die hatten zwar die Umleitung verstanden, aber sie Fähre nicht gefunden und waren einen riesigen Umweg über die nächste Brücke gefahren. Sie sind sehr nett und wir quatschen viel. Dann essen sie, wie jeden Abend, Baked Beans in Tomatensoße, weil sie die restlichen Sachen im Supermarkt nicht lesen können und sich nicht trauen etwas anderes zu kaufen. Ohje!

Aber immer noch besser als bei uns. Da wir nicht einkaufen konnten hab es zu Abend die ganzen Reste von unten ist der Vorratstasche. Reiswaffeln, Paprika, Bananen, alte Brezeln und sogar eine Tüte Pistazien hat sich noch gefunden. Das Frühstück gibt es dann morgen außerhäusig. Das wird spannend.

Hier zelten wir heute, gerade regnet es und Papa liest eine Prinzessinnen-Gutenachtgeschichte vor.

Da hilft nur noch Hubschraubereinsatz

Wir verlassen Krems Richtung Osten. Eigentlich würden wir gerne am Beinah-AKW Zwentendorf Rast machen, aber das ist dann doch etwas weit, so dass wir bei Traismauer einen Zwischenstopp einlegen. Wir futtern Eiskaffee und Marilleneis, über uns wächst ein Baum, dessen Früchte wir nicht gleich erkennen. Wir pflücken eine und versuchen diese zu öffnen. Wenig später bringt ein beherzter Schlag mit einem großen Stein eine unreife Wahlnuss zum Vorschein. Spannend. Spannenderweise sind nun meine Hände dunkelbraun gefärbt. Mit schlafenden Kindern im Gepäck fahren wir am Beinah-AKW vorbei (ging nie in Betrieb) Richtung Tulln. Tulln ist für seine Parks und öffentlichen Gärten bekannt. Der Egon-Schiele-Weg bringt uns zu einem tollen Spielplatz, auf dem amerikanische Kinder voll Freude die ganzen gefährlichen Spielgeräte (Seilbahn) ausprobieren. Wir trinken Gartenkräuter-Limonade vom Alpenverein und schauen anschließend den Wasserskifahrern zu (wow!). Unser Zeltplatz liegt kurz hinter Tulln, hier angekommen zahlen wir 33€ (!). Neben uns zeltet Nora mit ihrem Bruder und ihren Eltern. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Die beiden verstecken sich auf einem Baumstamm unter einer Trauerweide uns sind erstmal beschäftigt. Noras Eltern kommen aus Wien und wir bekommen Reisetipps für Kinder.

Nach Tulln wird es sehr heiß. Viel zu heiß zum Radfahren. Wir schaffen es gerade noch bis zum nächsten Badesee und kaufen uns mit letzter Kraft ein Eis. Gut abgekühlt trauen wir uns wenigevStunden später wieder hinaus in die Hitze, die Karte sagt, dass es noch 14 km bis zur Donauinsel sind, diese ist bewaldet und wir freuen uns sehr auf die kühle Waldluft.

Die Donauinsel liegt in der Donau, ist 20 km lang und hat nicht viele Bäume. Puh. Wenigstens schlafen die Kinder. Wir zockeln und werden immer langsamer. Nach etwa 10 km dann der empfohlene Wasserspielplatz. Definitiv der schönste Wasserspielplatz, den ich bisher gesehen habe und auch an einem Donnerstag ist halb Wien hier und kühlt sich ab.

Abends fahren wir zum Zeltplatz, der malerisch zwischen Autobahnlinie und Eisenbahnstrecke gelegen ist. Der Zeltplatz ist unglaublich voll, aber wir treffen einen Vater mit seinem Sohn wieder, denen wir schon mehrfach begegnet sind. Nachts bleibt die Laterne über unserem Zelt die ganze Nacht an und abends kreisen zwei Hubschrauber mit Suchscheinwerfern in der Nähe. Großstadtzeltplätze sind echt besonders.

Dazu passt, das wir vor Tagen schon Max Goldts „Hubschraubereinsatz“ auf „Da hilft nur noch Fischwanderhilfe“ umgedichtet haben und dies nun bei jeder passenden oder nicht passenden Gelegenheit schmettern.