Es wird heiß

Nachdem wir die ersten Tage jeden Tag Regen hatten, wird es jetzt richtig heiß.

Unsere russischen Freunde haben die schnellen Schuhe an und packen viel schneller als sie zusammen. Sie wollen heute 30 km fahren, was mit zwei selbst fahrenden Kindern (5 und 6) sehr beeindruckend ist.

Die Kinder dürfen bei den wilden Nachbarn Mario-Kart zocken.

Sie reisen sogar so schnell ab, dass sie ihre Gaskartusche (ein Fehlkauf) stehen lassen. Das andere Kind und ich tauschen die Kartusche eiskalt um, obwohl wir keinen Kassenbon haben und schicken das Geld elektronisch Richtung „Russland“. Dann sortieren wie unsere Sachen durch. Hier kann man Pakete verschicken. Wir packen das dickste Paket der Welt und diskutieren, an wen wir es schicken sollen, weil wir ja nicht zu Hause sind und nicht, dass es zurück geht. Irgendwann realisieren wir, dass wir ja Empfänger und Absender sind und dass es dann höchstens zu uns zurück geht… Oh Mann.

Wegen Überlastung geschlossen

Als wir dann endlich beinahe los kommen, kommen uns unsere russischen Freunde entgegen, sie waren noch beim Bäcker. Sowas.

Wir fahren alle gemeinsam los. In der ersten Kurve schnippelt einer unserer Mitreisenden die Kurve mit dem „etwas“ überladenen Fahrradanhänger die Kurve. Äpfel, Schuhe, Wasserflaschen ergießen sich über die Straße. Gemeinsam wird alles wieder aufgerichtet. Wir weisen vor den nächsten Kurven nur noch wenige Mal darauf hin, dass Kurven nicht zu schneiden sind…. Ärmster.

Der Weg ist wegen Steinschlag gesperrt, die Umleitung führt über einen Berg. E-Bike-Männer zeigen sich von ihrer besten Seite und unterstützen uns mit so hilfreichen Kommentaren wie „tja, wohl zu viel Gepäck dabei“ und „ich fahre 150km an einem Tag“. Danke!

Unsere neuen Freunde haben am Berg weniger Probleme und setzen sich ab. Wir schnaufen und halten aus.

In Limburg treffen wir sie dann aber in der Eisdiele wieder. Das eine Kind bekommt erstaunlicherweise noch einen „Baby-Einhornbecher“.

Ich fahre zum örtlichen Elektronik-Markt und kaufe eine neue Powerbank (groß) und eine Boombox (klein). Diese wird dann auch gleich eingeweiht. Wir lassen uns von „System of a Down“ und „Nena“ die Lahn hinunter tragen.

Kleine Krachmaschine

Bevor es weitergeht fahre ich noch schnell an Deutschlands berühmtesten Ex-Koi-Karpfenteich vorbei und weile im Schatten von Tebartz van Elst seiner Hütte. Märchenhaft.

Es wird fürchterlich heiß. Endlich der Zeltplatz, doch irgendwas fühlt sich falsch an. Neben den Wohnwagen parken Porsche und Co. Oh oh. Der Platzwart fragt, ob wir reserviert haben (haben wir nicht). Ein Blick auf die Karte bringt Klärung, unser Zeltplatz ist weniger Meter weiter, jedoch muss man über einen starken Anstieg. Wir kämpfen uns hoch, ein E-Bike-Mann gibt noch einmal hilfreiche Kommentare ab und ich schaffe es, nicht schnippisch zu werden. Yeah.

Da ist unser Zeltplatz (30,25€, Duschen 1€) wir legen uns ersten in den Schatten, die Kinder hören Musik und lesen ein Buch, irgendwann kommt der Vater mit einem Eis. Urlaub.

Freddy meint, Spaß vom Typ II würde es gar nicht geben, das wäre einfach nur Arbeit und Werkstolz. Ich denke darüber nach.

Unser Zelt steht unter einem Apfelbaum und nachts hört man ab und zu einen Apfel vom Baum plumsen.