Anreisen will auch gelernt sein

Der Deutsche Bahn Gepäckservice ist für Fahrräder nicht empfehlenswert. Absolut nicht empfehlenswert.

Ich hab GPS-Sender an die Räder geschnallt und verfolge gespannt, wo sie sich gerade befinden. Freddy fragt, ob es mich eher beruhigt oder nervös macht, so oft zu nachzuschauen. Ich bin mir unsicher.

Bei der Auswahl unserer Unterkunft hätte ich dann doch kurz Bewertungen lesen sollen. Aber so ist es. Die Hunde sind echte deutsche Doggen und mit den Kindern auf Augenhöhe.

Wir kommen gegen 16:00 mit dem Zug in Lützel an, die Räder sind nur noch zwei Dörfer weit entfernt. Freddy geht mit den Kindern noch einmal um den Pudding und ich warte mit dem Werkzeug in der Hand auf die Räder (es musste nämlich alles mögliche vor dem Versand demontiert werden).

Wenige Stunden später ist der Pudding umrundet und das Werkzeug wartet noch immer auf seinen Einsatz.

Irgendwann wird das eine Kind ins Bett gebracht, das andere schläft im stehen ein. 22:00 Uhr: Die Räder sind in unmittelbarer Nähe! Ich stelle mich an den Wegesrand und starre in die dunkle Nacht hinaus. Gegen 22:30 biegt der Lieferwagen um die Ecke. Der Fahrer wirkt ausgesprochen erstaunt, dass ich die Räder wirklich haben möchte.

Die Räder werden unter Paketen ausgegraben und sind erstaunlicherweise nur wenig beschädigt. Ich rolle sie in den Fahrradschuppen und falle ins Bett.

Am Morgen kommt dann endlich das Werkzeug zum Einsatz. Das eine Kind schraubt mit mir alles wieder zusammen und wir lernen auch noch, wie man eine Kupplung einstellt. Bis auf einzelne Lackschäden scheinen wir alles repariert zu bekommen. Puh.

Zur Übernachtung (90€) gehört auch ein Frühstück. Die Wirtin ist erstaunt, dass wir nicht aufessen.

Reich gedeckter Frühstückstisch

Das andere Kind packt mit Freddy Taschen und belädt jedes Rad, sobald es aus der Werkstatt rollt.

Der Wetterbericht sagt zwar Regen, Regen, Regen an, doch dank deutscher Doggen rollen wir einfach los.

Der Weg von der Pension zur Lahnquelle ist für das Rothaargebirge vermutlich ziemlich flach, für uns aber mehr als ausreichend hügelig. Zwischendurch kommt dann sogar kurz die Sonne raus und die Kinder fahren-schieben-fahren die Berge hoch. Wahnsinn, erst recht an Tag 1.

Kurz vor der Lahnquelle setzt dann doch strömender Regen ein, wir reihen uns im Forsthaus ganz spontan in die Reihe der Wanderer ein, die ganz spontan nach einem Zimmer für die Nacht fragen.

220€ für ein Dreibettzimmer mit Besucherritze. Der Regen strömt. So sei es.

Gleich gibt es noch Tagliatelle mit Pfifferlingen in Rahmsoße oder was immer der Koch uns auf die Teller zaubert.

Ab morgen dann hoffentlich Zelt und Zwieback oder so.

Bereit für den nächsten Anstieg.