Wetzlar ist eine Autostadt. Zumindest wirkt es vom Radweg aus so. Wie fahren vorbei an riesigen Einkaufszentren und noch größeren Parkhäusern. Es ist laut, wir wollen wieder raus.
Hinter Wetzlar kommen wir an einer Schleuse mit Selbstbedienung vorbei. Yeah! Die Kanuten freuen sich, dass die Kinder mitkurbeln wollen und so werden für einige Schleusengänge die Muskeln trainiert.

An der Schleuse holen uns auch die Jungs (15+17) von gestern Abend ein.
Die Kinder rufen noch: „dürfen wir mit denen mitfahren?“ Und schon sind sie weg. Wie haben Nummern getauscht und uns für denselben Zeltplatz verabredet. Die Kinder dürfen, und probieren es nach Kräften.
Das eine Kind schafft es dann tatsächlich, die beiden einzuholen, das andere ist unzufrieden, dass es noch so klein ist. Die drei Großen sind so schnell, dass wir weder an Feuerwehr noch an Eisdiele stehen bleiben.
Beim Rewe kaufen wir Salat, Halloumi und Oliven um unsere Nudeln zu ergänzen.

Beim Zeltplatz treffen wir die anderen wieder und melden uns an. Es gibt drei Zeltplätze direkt nebeneinander und wir haben zielsicher den ersten, aber auch den össeligsten gewählt. Das erklärt, warum der Herr von der Anmeldung sagte: außer euch kommt heute sicher niemand mehr. Erst sind wir grummelig, im Laufe des Abends stellt es sich aber als ein Glücksfall heraus.
Erst einmal sitzen wir aber an der Lahn, bemerken, dass wir trotz Wolkenwetter alle etwas Sonnenbrand haben und teilen unsere Körnerbrötchen mit Salami.
Es gibt für alle ein Eis am Nachbarplatz und es landen jede Menge Kanuten an. Was ich erst für tiefstes hessisch oder esperanto halte stellt sich dann als luxemburgerisch heraus. Unerwartet.
Wir bauen unser Zelt wieder mit den allein Reisenden Jungs auf und erstaunlicherweise füllt sich die Zeltwiese. Erst kommen Kanuten, die wir schon von der Schleuse kennen, dann ein Trupp Radfahrer. Drei Erwachsene mit drei Kindern.
Sie wollen eine Plane über ihre Zelte spannen, für heute Nacht und morgen früh Regen angesagt ist. Alle Kinder (inkl. unserer dürfen dabei helfen. Eine große Schau und Unterhaltungsprogramm für alle Anwesenden.
Wir beschließen uns Holz für das Lagerfeuer zu teilen, die Jungs fahren noch mal zum Rewe und kaufen Marshmallows und schon beginnt ein netter Lagerfeuerabend mit Geschichten von früher und heute. Wir teilen Chips, Sonnenblumenketne und Kvas. Generationenübergreifend geht es um Medienkonsum, Handysperren der Eltern, ab wann man ein Handy bekommt, Reiseerlebnisse, fehlende Glühwürmchen und natürlich den Bischofssitz zu Limburg.

Die Kinder bleiben ewig wach, wir hoffen, dass sie am Morgen lang schlafen weil wegen Dauerregen. Das klappt natürlich nicht ganz. Jetzt liegen wir im Zelt, hören den Regen zu und die Kinder hauen auf Vaters Telefon die Turmspitze ab.
Beim Frühstück trifft sich alles unter dem Vordach. Heute Nacht haben leider nicht alle Zelte dicht gehalten. Beim Frühstück wird viel aufgehängt und trockengelegt. Die Eltern wirken müde, die Kinder glücklich. Ein Abendteuer.
Heute wollen wir nach Weilburg, dort soll es einen Schiffstunnel und einen Zeltplatz mit Pool geben.