Gestern, was war eigentlich gestern? Nach unserem Pausentag stehen wir ganz früh auf, nunja, zumindest die Eltern. Wir tauschen uns am Ufer sitzen mit anderen reisenradelnden Eltern aus. Themen: Karten, Zeltplätze, nasse Schlafsäcke. Hach.

Der Weg ist schön und mal wieder hauptsächlich Fahrradstraße. Die Kinder fahren nebeneinander und üben „Handhalten während der Fahrt“. Ich beschließe, das Erste-Hilfe-Set morgen noch weiter nach oben zu packen.

Wir kommen an einen wunderschönen Bücherbox mit Kinderbüchern vorbei. Hauptsächlich FDJ-Bücher, ich schaffe es, den „Fahrtenführer für die Jugend“ stehen zu lassen (Reiseziele: Moskau, Polen, Moskau).

Mit etwas schwereren Kindertaschen geht es weiter.
Wir fahren über zwei leichte Anstiege, eine Familie mit kleinen Kindern kommt uns entgegen, die Elternräder voll bepackt. Unsere Kinder rufen ihnen zu: „Da kommen jetzt zwei fiese Anstiege!“ Die Mutter schnauft, ich höre nur ein „das schaffen wir jetzt auch noch.“ Richtig wäre gewesen: für uns wird es jetzt richtig hügelig (bestimmt was mit Endmoräne) und die anderen haben es fast hinter sich.
Die Mittagspause machen wir an einem Laden, der den Radweg verstanden hat. Es gibt Wildschwein-Bratwurst mit solidem Kartoffelsalat und neben der Fleischtheke steht eine Softeismaschine und tut das, was eine Softeismaschine an Deutschlands befahrenstem Fahrradweg für Familien so machen muss.
Nach vielen Hügelchen kommen wir im Himmelpfort an. Hier ist der See so flach, dass man bestimmt 100 m hineinlaufen kann, bevor der Kinderbadeanzug nass wird. Das eine Kind leiht sich ein Stand-Up-Paddelboard aus und schippert das andere Kind damit über den See. Die Mutter kneift die Augen am Ufer zusammen und erspäht die Kinder als kleine Punkte in der Ferne. Puh, aber es ist eine Freude.
Der für heute geplante Supermarkt macht erst am 1.8. auf, also fährt der Vater während der Badestunde nochmal bis in den Nachbarort zum einkaufen. Vielen Dank.
Unsere Zeltnachbarn kommen mit ihren drei Jungs auch aus Berlin und sind sehr nett. Wir teilen uns Hängematte und den Funkkanal. Leider sind sie nicht mit dem Rad unterwegs, so dass wir uns am nächsten morgen schweren Herzens wieder voneinander verabschieden.

Es ist wirklich alles voll mit radfahrenden Familien, was leider auch dazu führt, dass man sich nicht mehr mit Begeisterung und „Wie geil seid ihr denn?“ begrüßt. Am morgen sehen wir eine schwerstbepackte Familie, sogar das Kind (so 11-12 Jahre) fährt mit großen Fahrradtaschen und einem bepackten Fahrradanhänger dazu. Sowas.
Etappe: 28 km, Papa 46 weil wegen einkaufen
Übernachtung: 43€
Duschen: warm und frei, wie Jens Spahn