Der große See ist still und leise am frühen Morgen.
Heute ist der große Tag. Wir haben für die Kinder ein SUP gemietet. So schnell wurde die Morgenroutine noch nie durchlaufen. Mietbeginn ist nämlich 10:00 Uhr.
Punkt 9:55 Uhr stehen die Kinder an der Rezeption und verlangen die unverzügliche Herausgabe des edlen Brettes garniert mit zwei Schwimmwesten und Paddeln (aber mit zwei Seiten!).

Nun sind sie mutig auf dem See unterwegs und ab und zu lässt sich ein Kind ins Wasser fallen und vom anderen Kind über den See ziehen. Das glauben wir zumindest, denn die Kinder sind wiiiirklich weit draußen unterwegs und die Elternaugen sind alt und grau.
Die Kinder teilen ihr Freude von der Mitte des Sees aus gern mit. Wir flüstern ihnen zu: „Wir verstehen euch sehr gut.“ Die Mutter vor uns lacht, die hinter uns sagt: „Wir auch.“
Das eine Kind spielt SUP-Antrieb und sagt leise zu sich selbst: „Das Leben ist schön.“ Wir seufzen und finden das auch.

Langsam kommen auch Cosmo-Baltasar und seine Freunde aus den Zelten. Das große Butschern vor dem angekündigten Regen beginnt.
Wir müssen heute Wäsche waschen. Es gibt genau eine Waschmaschine für den ganzen Platz. Morgens waren wir leider zu spät, jetzt stehen wir auf der virtuellen Warteliste in der Waschmaschinenwartelisten-App.
Wenige Stunden später…
Generalstabsmäßig organisiert haben wir die Wäschewaschung durchgezogen. Ist man am Ende der Warteliste angekommen, hat man ein zehnminütiges Zeitfenster, um seine Maschine zu starten. Das erste Zeitfenster verpassen wir, zurück auf Warteposition drei. Wir stellen uns Wecker, beobachten unauffällig fremde Menschen beim Wäsche umladen und sind überhaupt nicht nervös und aufgeregt. Es muss heute nämlich gewaschen werden.
Die Waschmaschine steht im Funkloch. Buchen, bezahlen und Maschine starten geht aber nur mit Internet. Also sitzt der Vater in der W-Lan-Zone und beaufsichtigt die Kinder auf dem See, während ich an der Waschmaschine lauere. Kontakt halten wir über die Funkgeräte der Kinder.
Mutter: „Noch zwei Minuten, dann ist die Vorgängermaschine fertig“,
Vater: „Maschine in der App noch nicht freigegeben, ich aktualisiere!“
Mutter: „Wäsche wurde ausräumt, ist die Maschine freigegeben?“
Vater: „Noch nicht, ich aktualisiere!“
Fremdes Kind: „Maschine? Wer ist das? Wer spricht da in uuuuunserem Funkgerät?!?“

Wir schaffen es, sogar den Trockner können wir nutzen, obwohl mittlerweile der Regen eingesetzt hat.
Wir verkrümeln uns in das Bio-Café neben dem Bio-Supermarkt und spielen den Rest des Tages Karten. Die Kinder lünkern auf die Ipads fremder Kinder. Ich lünker auch. Das fremde Kind spielt Schach.
Die Eltern sind sich einig, hier fühlt es sich einfach nicht wie Urlaub an. Nach einer durchregneten Nacht und einer schnellen Runde am Kicker fahren wir endlich weiter.

Etappe: 0 km
Essen: Mittags Pommes, abends Bratnudeln mit Zimt und Zucker (Kinder feiern es ab)
Kosten für Übernachtung: 38€, mit Persokontrolle (das ist neu) und Kartenzahlung