Da hilft nur noch Hubschraubereinsatz

Wir verlassen Krems Richtung Osten. Eigentlich würden wir gerne am Beinah-AKW Zwentendorf Rast machen, aber das ist dann doch etwas weit, so dass wir bei Traismauer einen Zwischenstopp einlegen. Wir futtern Eiskaffee und Marilleneis, über uns wächst ein Baum, dessen Früchte wir nicht gleich erkennen. Wir pflücken eine und versuchen diese zu öffnen. Wenig später bringt ein beherzter Schlag mit einem großen Stein eine unreife Wahlnuss zum Vorschein. Spannend. Spannenderweise sind nun meine Hände dunkelbraun gefärbt. Mit schlafenden Kindern im Gepäck fahren wir am Beinah-AKW vorbei (ging nie in Betrieb) Richtung Tulln. Tulln ist für seine Parks und öffentlichen Gärten bekannt. Der Egon-Schiele-Weg bringt uns zu einem tollen Spielplatz, auf dem amerikanische Kinder voll Freude die ganzen gefährlichen Spielgeräte (Seilbahn) ausprobieren. Wir trinken Gartenkräuter-Limonade vom Alpenverein und schauen anschließend den Wasserskifahrern zu (wow!). Unser Zeltplatz liegt kurz hinter Tulln, hier angekommen zahlen wir 33€ (!). Neben uns zeltet Nora mit ihrem Bruder und ihren Eltern. Es ist Liebe auf den ersten Blick. Die beiden verstecken sich auf einem Baumstamm unter einer Trauerweide uns sind erstmal beschäftigt. Noras Eltern kommen aus Wien und wir bekommen Reisetipps für Kinder.

Nach Tulln wird es sehr heiß. Viel zu heiß zum Radfahren. Wir schaffen es gerade noch bis zum nächsten Badesee und kaufen uns mit letzter Kraft ein Eis. Gut abgekühlt trauen wir uns wenigevStunden später wieder hinaus in die Hitze, die Karte sagt, dass es noch 14 km bis zur Donauinsel sind, diese ist bewaldet und wir freuen uns sehr auf die kühle Waldluft.

Die Donauinsel liegt in der Donau, ist 20 km lang und hat nicht viele Bäume. Puh. Wenigstens schlafen die Kinder. Wir zockeln und werden immer langsamer. Nach etwa 10 km dann der empfohlene Wasserspielplatz. Definitiv der schönste Wasserspielplatz, den ich bisher gesehen habe und auch an einem Donnerstag ist halb Wien hier und kühlt sich ab.

Abends fahren wir zum Zeltplatz, der malerisch zwischen Autobahnlinie und Eisenbahnstrecke gelegen ist. Der Zeltplatz ist unglaublich voll, aber wir treffen einen Vater mit seinem Sohn wieder, denen wir schon mehrfach begegnet sind. Nachts bleibt die Laterne über unserem Zelt die ganze Nacht an und abends kreisen zwei Hubschrauber mit Suchscheinwerfern in der Nähe. Großstadtzeltplätze sind echt besonders.

Dazu passt, das wir vor Tagen schon Max Goldts „Hubschraubereinsatz“ auf „Da hilft nur noch Fischwanderhilfe“ umgedichtet haben und dies nun bei jeder passenden oder nicht passenden Gelegenheit schmettern.

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