Es rauschen Wellen, Autos und Feste

Wir kommen spät und zäh los. Irgendwann sitzen wir dann aber doch auf den Rädern und fahren nach Gießen. Das Gießkannenmuseum erscheint zwar spektakulär, aber der schon wieder drohende Regen lässt uns eilen.

Hochzeitsvorbereitungen

In Gießen kaufen wir Gözleme, Hafermilch und Chili sin carne für heute Abend. Unser angestrebter Zeltplatz hat auf seiner Website mehrere Hinweise, die wir unbedachterweise ignorieren. Was soll an einem Samstag schon passieren.

Es ist zwar Samstag, aber wie schlimm kann es sein?

Wir werden nachdem wir die Frage „Spontan?“ bejaht haben zielsicher auf die abschüssige Gänsewiese zwischen DLRG und Strandhütte verwiesen (38€).

Die Bundesstraße rauscht und wir haben direkten Blick auf das Partyzelt für die heutige Hochzeit.

Wir bauen unser Zelt also im akustischen Windschatten einer Strandbude auf. Die DLRG Jugendlichen neben uns bereiten sich ebenfalls auf einen gemütlichen Samstag mit Übernachtung vor und auf dem Weg zum Waschhaus bekommen wir Biggis Telefonnummer angeboten (warum?).

Im Laufe des Abends kommen auf unserer Wiese dann noch fünf weitere Zelte dazu. Unter anderem die ersten Kanu-Wanderer. Schön!

Zeltwiese

Morgen bitte wieder beschaulich.

See-Panorama mit Gänsen

Die Kinder richten noch schnell den Gänsezaun und finden Kinder zum Fußball spielen. Die Hochzeit ist kleiner als erwartet, wir sitzen am See und genießen es.

Seltenes Exemplar auf diesem Platz: Ein Schild, auf dem nichts verboten wird.

Nachtrag: Es gibt nur wenige Bands, die ich an der Kombination aus Uhrzeit und Lautstärke erkennen würde….

Was ist eigentlich ein Männer-Bade-Verein?

Diese Frage beschäftigt uns den ganzen gestrigen Freitag. Denn unser Ziel war der eben so bezeichnete Campingplatz vom Männer-Bade-Verein Gießen. Doch zuerst der morgen. In Lollar nahe des Campingplatz Lahnblick gibt es direkt einen kleinen Dorfladen der uns direkt mit frischen Brötchen zum Frühstück versorgt. Die Lage ist leider weiterhin das einzig Positive an dem Campingplatz. Die äußerst unfreundlichen Leute vom Campingplatz Lahnblick meckern darüber dass wir gestern Wäsche gewaschen und sie einfach so aufhingen (3€ für Maschine, 3€ nochmal für den Trockner). Am morgen wird dann gemeckert, dass wir unsere Powerbank im Bad geladen haben. Die Steckdosen seien ausschließlich fürs Rasieren. Ich (Freddy) streite mich ein bisschen mit dem Mann und dann reisen wir ab.

In Lollar ist ein Umweg ausgeschildert, der uns an einer türkischen Bäckerei vorbeiführt, so dass es für uns alle Lahmacun, Simit und Baklava gibt. Der weitere Waldweg hat gehörig große Pfützen aber auch eine sehr gute Brombeer-Stelle. Wir finden auch einen Schwefelporling, aber der ist leider schon zu alt.

Besagter Schwefelporling (auch Chicken of the woods genannt)

Schon nach kurzer Strecke (heute etwa 11km), erreichen wir den Männer-Bade-Verein.

Wie sich rausstellt ist es ein schöner Campingplatz mit Restaurant und eigenem Zugang zur Lahn. Jannah macht kleines Mittagsschläfchen, dann gehen die Kinder im See baden. Am Schluss duschen wir alle und gehen ganz duftend und ausgehfein ins Restaurant. Es gibt Italienisch.

Aufgrund der gesparten Zeit spielen wir alle am Abend noch das Kartenspiel „Hornohchse“ (auch „6 nimmt „) und fallen zufrieden ins Bett. Heute mal quer. Wegen akutem in-die-Zeltwand-fallens meinerseits, haben wir die ganzen Matratzen um 90 Grad gedreht. Ich glaube ich könnte mich dran gewöhnen.

Wilde Kinder

Morgens kommen wir schwer los. Das eine Kind muss noch spielen Plastikdrehteil), das andere Kind will heute wirklich vorne fahren und ist sonst nur noch bereit, sich mit halber Spazierganggeschwindigkeit vorwärts zu bewegen. Der Kompromiss braucht seine Zeit, die Eltern schielen unauffällig auf die Regenwolken.

Bäckerei, geschlossen

Endlich geht es weiter. Bänke sind Mangelware, geöffnete Bäckereien auch. Endlich finden wir einen Hofladenautomaten und ziehen uns jeder ein Bauerneis (Erdnuss, Erdbeer, Zitrone, Zitrone)

Die Bäuerin füllt gerade den Automaten nach und die Kinder führen ein Fachgespräch über das verpacken und verkaufen von Eiern.

Das eine Kind ist wild
Das andere Kind natürlich auch

Die Kinder finden eine Bücherkiste mit Kinderbüchern und so wird unser Gepäck um einige Werke aus der Reihe ??? erweitert.

Heute müssen wir den ersten Zeltplatz nehmen (36€, Duschen nicht inbegriffen) dieser ist leider ausgesprochen mittel. Wir treffen einen Reiseradler wieder, die Kinder führen ein weiteres Fachgespräch, diesmal über Zelte.

Zeltfachgespräch

Neben dem Zeltplatz ist ein Dorfladen, der eine spannende Kombination aus Gut&Günstig und demeter anbietet. In Kühl- und Gefriertruhen werden weiterhin 1-2 zerlegte Schweine (demeter) zum Kauf angeboten.

Wem der Schottergarten noch zu einladend ist.

Naschi der Waschbär

Neben uns rauscht das Wehr die ganze Nacht, die Kinder nutzen die Gelegenheit und schlafen aus. Wir packen das Zeit ein, das Plastikfluggerät darf noch einmal fliegen und ab geht die Reise.

Wir düsen dahin, ab uns zu gibt es Nüsse und Salami.

Wir essen dicke Schweineohren beim Bäcker mit eigener Mühle und zwischendurch wird schnell ein Rad repariert.

Im Gewerbegebiet gibt es Spaghettieis. die Kinder bestellen Spaghettieis und die Eltern Kinderspaghettieis. Darf man nicht, also andersrum bestellt und heimlich getauscht. Wir Gauner.

Spaghettieis, vor der Tauschung

In Marburg kaufen wir im Tegut Teo ein. Dort muss man erst 50€ zahlen, nimmt dann was man möchte aus den Regalen und geht wieder raus. Ohne Kasse, ohne alles. Die Abschlussrechnung enthält dann erstaunlich wenige Fehler. Wir können damit leben.

Marburger Ampeln sind schön

In Marburg verfahren wir uns kurz und können uns gleich zweimal die schöne Altstadt ansehen. Nagut.

Abends schlafen wir auf einem Zeltplatz, der sich anhört, also würde er auf dem Mittelstreifen einer Autobahn liegen (36€). Wir denken ans Wehr und halten es aus.

Abends wird der Platz richtig voll. Neben einer Gruppe netter Jungs mit ihren Streetworkern, die abends Tagine auf dem Lagerfeuer machen, zeltet mit uns auch eine reiseradelnde Familie aus den Niederlanden und viele andere Reiseradler. Die Kinder nehmen schnell Kontakt miteinander auf (bestes Plastikspielzeug), eine Freude.

Auf dem Platz leben auch Waschbären. Wir leihen uns ein Weithalsfass für unsere Lebensmittel und hängen dies an der Waschbärkette auf. Trotzdem kommt der Waschbär nachts am Zelt vorbei und kontrolliert, ob wir auch nicht vergessen haben.

Waschbärkette
Fahrradhelme an der Waschbärkette
Minigolf
Eine Schnecke
Fahn, fahn, fahn.

Der Herr der Ringe würde an der Lahn Urlaub machen

Die letzten Kilometer fahren sich wie im Flug und schon sind wir am Premium Campingplatz Auenland (32,90€). Hier ist es einfach nur schön. Unser Zelt steht direkt neben der Lahn, die Kinder werden sofort von einem Kinderrudel adoptiert und das Flugspielzeug aus dem Tedi ist ein großer Spaß. Ein Rudelkind bekommt ein Würstchen und unsere Kinder dürfen sich an der Feuerschale ein Stockbrot machen. Könnte es noch schöner sein?

„Es gibt hier einen Pool“ – Stilleben zweier Kinder

Zum Abendbrot gibt es Kartoffeln nit Kräuterquark und Gurkensalat. Dazu besagte Würstchen. Nachtisch: Schokomousse oder Götterspeise nach Wahl.

„Aber ihr wolltet doch in den Pool“ – Zwiegespräch zu dritt

Alarm, Alarm, wir fahren an der Lahn

Heute haben wir einen Ritt vor uns. Der nächste Zeltplatz ist 27 km weit weg. Freddy und ich sind uns unsicher, ob wir das schaffen werden, da der Radweg im Oberlauf der Lahn doch ziemlich hügelig ist, noch dazu ist über Mittag für mehrere Stunden Regen angesagt. Wir verdrängen den Gedanken und packen alles auf die Räder. Zum Frühstück gibt es Müsli mit Hafermilchkonzentrat und Brausetabletten. Hauptsache der Kocher muss nicht noch einmal ausgepackt werden.

Gegen 9:30 Uhr rollen wir bei leichtem Nieselregen von Platz Bad Laasphe gibt es ausgesprochen schöne Fachwerkhäuser, der Radweg führt aber über eine Schnellstraße, wo man sich mit 12-Tonnern die Fahrbahn teilt. Luftkurort, yeah.

In Bad Laasphe gibt es das weltgrößte Pilzmuseum. Das andere Kind bemerkt, dass dies hier ein Fahrrad- und kein Pilzurlaub sein. Museum hat Montag zu, nagut.

Das Industriemuseun hat auch zu, aber es gibt draußen ein keinen Modell einer Stampfe. Wir freuen uns und das eine Kind baut einen Staudamm, damit mehr Wasser auf das Mühlrad fließt.

Stampfen-Modell

Kurz kommt sogar die Sonne raus und wir sausen weiter. Wir sehen viele Reiher und erblicken in der Ferne einen Riesen-Eidotter. Beim Näher kommen stellt sich dieser als ein Modell der Sonne raus. Wir sind auf einem Planetenpfad.

Dann treffen wir einen netten Hund mit seiner Frisbeescheibe und seinen Herrchen. Die Kinder dürfen die Scheibe fliegen lassen und die Hündin fängt sie auf. Eine Freude für alle Beteiligten.

Das andere Kind lässt die Scheibe segeln

Die Mittagszeit naht, der Regen auch. Wir steuern das Industriegebiet an, dort gibt es Supermärkte und ein Café. Wir finden sogar einen Unterstand für die Räder und kann lassen wir uns mit Kuchen nieder, fängt es an zu regnen. Nun erkunden die durchgezuckerten Kinder den Tedi und wir schauen woanders hin.

Die Lahn von der Quelle bis Bad Lasphe

Wir starten den Montag mit einem wirklich guten Buffet im Forsthaus Lahnquelle. Das heißt so, weil noch bis ind Jahr 1800 gesagt wurde, dass die Lahn im Keller entspringt. Stimmt aber nicht. Man hat sich jetzt zu Gunsten der Allgemeinheit für einen Quellteich hinter dem Haus entschieden. Ist auch OK. Dort machen wir ein Foto von allen und starten los.

Zunächst geht es bergab und bergab über Schotter und weiter bergab. Wir fahren an Glashütte vorbei und halten an einer Stelle im Wald mit vielen Beeren. Es gibt sogar sehr viele Beeren: Him-, Walderd- UND Blaubeeren.

Familie an Himbeersträuchern

Es wird fröhlich genascht bis alle Bäuche voll sind (natürlich nur weiter oben und nicht in Bodennähe, wie alle wissen). Es gibt auch noch ein paar Steigungen zu bewältigen, aber das gelingt uns auch ganz gut.

Kurz vor dem Ziel entdecken wir einen Gratis-Kühlschrank, mit kalten Getränken wow. Bier und Fassbrause und alles mögliche kostenlos gegen Spende.

Allerdings alles von Oettinger. Nun gut. Ein Malzbier und eine Fassbrause später geht es durch einen schönes Stück Wald bergab nach Bad Laasphe

Der Zeltplatz ist etwas außerhalb. Also wieder bergauf. Immerhin gibt es für jeden Stellplatz ein kleines Privatklo. Direkt neben dem Zelt und mit Strom. Alles für 33€ (die anderthalbfache Fahrradpauschale weil wir zu viert sind).

Der Regen kommt wie angekündigt erst am abend. Bis auf Jannah verstecken wir uns alle im Zelt und lesen das dritte Buch von Freddy + Flo weiter, denn sie kocht für uns. Zum Abendessen gibt es Chili sine Carne mit Reis.

Zum einschlafen gibt es nochmal ein pasr Kapitel, so dass wir riskieren unser erstes Buch schon innerhalb der ersten Woche auszulesen. Frühzeitig um halb neun schlafen wir alle.

Anreisen will auch gelernt sein

Der Deutsche Bahn Gepäckservice ist für Fahrräder nicht empfehlenswert. Absolut nicht empfehlenswert.

Ich hab GPS-Sender an die Räder geschnallt und verfolge gespannt, wo sie sich gerade befinden. Freddy fragt, ob es mich eher beruhigt oder nervös macht, so oft zu nachzuschauen. Ich bin mir unsicher.

Bei der Auswahl unserer Unterkunft hätte ich dann doch kurz Bewertungen lesen sollen. Aber so ist es. Die Hunde sind echte deutsche Doggen und mit den Kindern auf Augenhöhe.

Wir kommen gegen 16:00 mit dem Zug in Lützel an, die Räder sind nur noch zwei Dörfer weit entfernt. Freddy geht mit den Kindern noch einmal um den Pudding und ich warte mit dem Werkzeug in der Hand auf die Räder (es musste nämlich alles mögliche vor dem Versand demontiert werden).

Wenige Stunden später ist der Pudding umrundet und das Werkzeug wartet noch immer auf seinen Einsatz.

Irgendwann wird das eine Kind ins Bett gebracht, das andere schläft im stehen ein. 22:00 Uhr: Die Räder sind in unmittelbarer Nähe! Ich stelle mich an den Wegesrand und starre in die dunkle Nacht hinaus. Gegen 22:30 biegt der Lieferwagen um die Ecke. Der Fahrer wirkt ausgesprochen erstaunt, dass ich die Räder wirklich haben möchte.

Die Räder werden unter Paketen ausgegraben und sind erstaunlicherweise nur wenig beschädigt. Ich rolle sie in den Fahrradschuppen und falle ins Bett.

Am Morgen kommt dann endlich das Werkzeug zum Einsatz. Das eine Kind schraubt mit mir alles wieder zusammen und wir lernen auch noch, wie man eine Kupplung einstellt. Bis auf einzelne Lackschäden scheinen wir alles repariert zu bekommen. Puh.

Zur Übernachtung (90€) gehört auch ein Frühstück. Die Wirtin ist erstaunt, dass wir nicht aufessen.

Reich gedeckter Frühstückstisch

Das andere Kind packt mit Freddy Taschen und belädt jedes Rad, sobald es aus der Werkstatt rollt.

Der Wetterbericht sagt zwar Regen, Regen, Regen an, doch dank deutscher Doggen rollen wir einfach los.

Der Weg von der Pension zur Lahnquelle ist für das Rothaargebirge vermutlich ziemlich flach, für uns aber mehr als ausreichend hügelig. Zwischendurch kommt dann sogar kurz die Sonne raus und die Kinder fahren-schieben-fahren die Berge hoch. Wahnsinn, erst recht an Tag 1.

Kurz vor der Lahnquelle setzt dann doch strömender Regen ein, wir reihen uns im Forsthaus ganz spontan in die Reihe der Wanderer ein, die ganz spontan nach einem Zimmer für die Nacht fragen.

220€ für ein Dreibettzimmer mit Besucherritze. Der Regen strömt. So sei es.

Gleich gibt es noch Tagliatelle mit Pfifferlingen in Rahmsoße oder was immer der Koch uns auf die Teller zaubert.

Ab morgen dann hoffentlich Zelt und Zwieback oder so.

Bereit für den nächsten Anstieg.

Morgen geht es Richtung Lahn

Der Zug war gebucht, der Schienenersatzverkehr nimmt aber keine Fahrräder mit. Also haben wir die Räder gestern schon mit dem DB-Gepäckservice verschickt. Wir bereuen jetzt schon hart und fragen uns, ob sie morgen mit uns in Lützel ankommen werden.

Sachen sind gepackt, die Powerbank war nicht auffindbar, also sind wir nun Besitzer einer weiteren Powerbank.

Reisenervösität auf Level 8000.

Noch eine Tüte Pommes und dann ab nach Haus

Gestern Abend gesellen sich noch ein paar Reiseradler zu uns. Die ersten zwei Jungens planen mit 120-160km pro Tag.

Der eine sieht aus, als könnte er das fahren und sogar mit Spass dabei, der andere sieht aus, als könnte er das ganze Unterfangen hart bereuen.

Da heute unser letzter Tag ist, verschenken wir unser After-Sun an die beiden. Noch nie, wirklich noch nie, wurde ich von einem mir fremden Mann so glücklich angeschaut. Sie saugen auch noch den letzten Tropfen des kühlen Nasses aus der Tube und cremen sich die verbrannte Haut ein.

Ein zweites Pärchen trifft ein. Die beiden haben bei der letzten Rast eine Armbanduhr verloren, daher werfen sie nur ihr Gepäck ab und sausen wieder zum Rastplatz zurück.

Am nächsten Morgen verstehe ich, warum die beiden Jungens so erfahren im eincremen wirkten. Ihr mageres Gepäck beinhaltet nämlich auch eine große Dose Vaseline, die großzügig auf den geschundenen Leibern verteilt wird. Mit deutlich unterschiedlicher Körpersprache machen sich die beiden auf den Weg.

Wir frühstücken gemeinsam mit dem uhrensuchenden Pärchen. Die beiden haben sich ein Jahr frei genommen und reisen jetzt dahin wo und wie sie wollen.

Ankunft in Venlo

Nach dem Frühstück fahren wir Richtung Venlo, dies scheint fest in deutscher Hand zu sein. Wir essen noch ein letztes Mal Frikandel mit Pommes. Die Pommes werden vor Ort aus großen Kartoffeln selbst geschnitten. Kinder sind begeistert.

Der Regen setzt ein und wir fahren schnell zum Bahnhof. Mit dem RegionalExpress wollen wir ins Ruhrgebiet fahren. Der erste Zug fällt aus, der zweite hat Verspätung. Immer mehr Menschen und Menschen mit Fahrrädern kommen. Ich bekomme leichte Sorge, ob wir alle in den Zug passen.

Gewitter an Gleis

Endlich kommt der Zug. Das eine Kind positioniert sich mit dem Vater vorne am Gleis, das andere mit mir hinten am Gleis. Der Zug kommt, Menschen können kaum aussteigen, das Gleis ist voll. Irgendwie schaffen das Kind und ich es in den Zug. Es ist rappelvoll. Die Türen schließen sich und ich sehe Freddy mit Kind draußen auf dem Gleis laufen. Oh, Mist.

Unter Vorspiegelung teilweise falscher Tatsachen („mein Kind ist schon im Zug“) gelingt es den beiden als letzte zuzusteigen. Freddy bekommt eine verdiente Abreibung vom Zugchef. Da der folgende Zug auch ausfallen wird, fühlt sich das nur halb so schlimm an.

In Wuppertal steigen wir um und schon sind wir in Nierenhof. Opa holt uns mit dem Rad am Zug ab. Noch einmal über die Berg und schon sind wir bei Oma und Opa!

Gefahren sind wir 309 km und alter Falter!

Jetzt werden erstmal Mückenlarven sortiert und Pläne für das nächste Jahr geschmiedet.