Heute haben wir im Sportinternat in Mrocza übernachtet. Motti hat die Situation erkannt und hat nicht nur den ersten Klimmzug gemacht, sondern kann nun auch auf Betten klettern. Besonders freut uns aber, dass er gelernt hat, wieder hin zu setzen. Das Kind immer wieder aus dem Stand zu retten, war auf Dauer doch eher anstrengend.
Gestern Abend haben wir (sehr vermutlich unerlaubterweise) Pirogen aus Osiek auf dem Zimmer gekocht. Ganz schön leckere Sache. Gut, dass wir zu Hause den Pirogenladen schräg gegenüber haben.
Hier im Sportinternat scheint hauptsächlich Gewichtheben trainiert zu werden, die Schüler sehen zumindest so aus. Hier ein Bild vom Gruppenraum, es wird Fifa15 und Kicker gespielt.
Mittagspause in Bagdad
Anscheinend gibt es ein Bagdad in Polen und genau da sitzen wir nun in einem Vorgarten. Motti hat heute morgen bis halb neun ausgeschlafen, darum sind wir spät dran. Jetzt wird erstmal gespielt und eine von diesen mit Schokolade überzogenen Waffeln gefuttert.
Zwischen Mottis Unterhosen warten übrigens Pirogen auf uns, die wir heute abend auf dem Campingkocher zubereiten werden. Wir sind gespannt.
Bagdad ist übrigens so groß, dass man von Ortsausgangs- und Ortseingang Schild gleichzeitig ein Foto machen könnte. Das letzte Haus hat die Adresse Bagdad 10.
Heute vormittag sind wir durch ein Kirschenanbaugebiet gefahren. Erst dachten wir, es wär ein Truppenübungsplatz, Über nach einer Weile wurde uns klar, dass all das Geknalle und Gehupe den Vögeln gilt. Wit haben eine großen Haufen Kirschen geschenkt bekommen und uns damit in den Park gesetzt.
Soeben ist etwas Magisches passiert. Neben uns hielt der Bäckerwagen, um das Nachbarhaus mit Brötchen (Tasche hing am Gartenzaun) zu beliefern und er hat uns zwei süße Teilchen verkauft. Einen polnischen Bäcker, das ist es, was wir zu Hause brauchen!
Regenpäuschen II
Gestern morgen sind wir immerhin bis Trzcianka gekommen. Dann regnete es in Strömen und wir stellten uns in einer mittelmäßig wohlriechenden Einfahrt unter. Südseefeeling pur, zumindest wie die Südsee während des Monsuns.
Heute übernachteten wir auf einem sehr, sehr schönen Zeltplatz in Miasteczko – Krajenskie. Es gab ein Badezimmer mit hübscher Deko und sogar eine frisch gewaschene Badematte. Der Spießer in mir freut sich doof. Allerdings waren wir schon wieder die einzigen Gäste und so langsam kommt es uns merkwürdig vor.
Regenpause
Der folgende Text ist bereits von gestern Abend:
Heute Morgen sind wir ziemlich eingeregnet worden. Normalerweise wären wir in so einem Fall einfach noch einen Tag geblieben und hätten es im Zelt ausgesessen, aber auf diesem Platz war es für uns keine Option.
Also sind wir mit alle Mann und nassen Zelt ins 300m entfernte Hotel umgezogen.
Hier fallen wir ganz schön auf. Die Empfangsdame beantwortete unsere Frage nach einem Zimmer zumindest mit: „Seriously??“
Mann ey!
Wenn die Duschen gut sind, dann sollst du duschen bis die Haut schmerzt. Wer weiß, wann wieder eine gute Dusche kommt. Heute jedenfalls nicht.
Wir sind erneut auf einem „Campingplatz“ in Smolarnia bei Pila, dieser hat sogar andere Gäste. Alles ist sehr obskur und wir freuen uns auf die Weiterfahrt morgen. Heute haben wir die polnischen Friedhöfe bestaunt, das bunte Blütenmeer aus Seidenblumen sieht sehr schön aus. Die Läden haben sonntags geöffnet und die Kirchen sind bei jeder Messe so rappelvoll, dass die Leute draußen stehen müssen. Alles sehr gewöhnungsbedürftig.
Wir kamen heute auch an der Thule-Fabrik vorbei. Etwas überraschend, wo die Firma doch „Thule Sweden“ heißt.
Einer meiner Reifenmäntel hat eine kleine aber feine Beule bekommen, wir haben es geschafft, einen passenden Ersatzmantel zu bekommen. Der reist nun mit. Neu im Team sind auch zwei Signalwesten. Auf meiner steht „Verkehrsdetektiv“ und ich trage sie mit Fassung.
Morgen wird uns unser Mitreisender in Pila wieder verlassen. Dann geht es erstmal wieder zu dritt weiter. Übrigens sind uns in Polen bis jetzt erst sehr, sehr wenig Radreisende begegnet. Ich glaube es waren fünf. Dabei gibt es hier verhältnismäßig viele und gute Radwege.
So. Freddy schläft auch schon, er rief noch „Schöne Grüße“ herüber, die ich hiermit ausrichte. Gute Nacht da draußen!
Endlich beginnt das Abenteuer!
Wir sitzen kurz vor Krysz an der Netze auf einem Campingplatz. Nein, auf einem „Campingplatz“! Wir haben das Gefühl, in diesem Jahr die ersten Gäste zu sein. Wir dürfen das Badezimmer des Hauses mitbenutzen und im Garten sitzen zwei alte Herrschaften und gucken einen amerikanischen Film mit polnischer ein-Personen-Synchronisierung auf dem Laptop, essen Flipse und trinken Schnaps. Sehr stilecht. Weiterlesen
Motti auf Zeltinspektion
Gestern schrieb Jannah einen besonders schönen blog post und dann hat das Telefon den Inhalt verschluckt. Es folgt nun eine Rekonstruktion der gestrigen Ereignisse.
Wir verließen die schöne Freizeit-Anlage in Richtung Nordost als uns nach etwa zehn Kilometer unser Nordkap-Reisender entgegen kam. Er hatte uns morgens in Küstrin wieder verlassen, da sein Tagespensum doch etwas über unserem liegt.
Jetzt hatte er aber etwas im Auge, was er nicht heraus bekam und Sorge, dass es eine Zecke sein könnte. Er war nun auf dem Weg in die nächste Stadt zum Arzt. Nach kurzer Inspektion am Straßenrand war klar: es hatte sich tatsächlich eine Zecke von innen ins Augenlid gebohrt. Getreu Oma Lümmis Ratschlag „Zecken müssen sofort raus“ wurde der ungebetene Gast noch im Straßengraben per Zeckenkarte entfernt.
Kornblumen
Wir haben heute eine kleine Hügeletappe hinter uns gebracht. Zu sehen gab es unter anderen diese schönen Kornblumen und ganz viel Schotterpiste (nicht im Bild)
Ein Badezimmer für Genießer
Und schon sind wir zu viert…
Wir sind nach unserer letzten Pause fleißig weiter geradelt und halten, da Motti schläft, an einem Hinweisschild in Sophienthal nur kurz an, um uns einen Überblick über das Oderbruch zu verschaffen. Plötzlich ertönt von rechts ein lautes: „Neee!“ Wir schauen uns um und erblicken unseren Nachbarn von heute Morgen. Die Straße, die er über die Oder nehmen wollte gibt es nicht mehr (GPS hat Karte von ca. 2004) und nun muss er 30km Richtung Süden zur nächsten Brücke nach Küstrin.
Wir haben nun Abendbrot, Kartenmaterial und viel zu viele gute Ratschläge mit ihm geteilt. Weiterlesen






