Wassertreten? Wasser treten???

Morgens beim einpacken kommt der Hausmeister der Georgshauses vorbei und meint, wär schon ok, das wir da gepennt haben. Fanden wir auch. Wir satteln auf und sausen weiter den Berg hinab. An einer Wassertretstelle treten wir fleißig das Wasser in der Ruhr und in Olsberg essen wir ein Eis. Zum ersten Mal mit zwei Kugeln, die Kleine ist schwer begeistert.

Wir kaufen noch schnell ein und nach zwei äußerst zähen Anstiegen landen wir im Gasthof Susewind mit angeschlossenem Mini-Zeltplatz. Ganz wunderbar. Während wir auf das Gewitter warten, kochen wir Chili und die Kinder toben auf dem Trampolin, denn Trampolinenergie scheint unabhängig von Berg-hoch-fahr-Energie zu sein.

Achja. Ich kaufte Instant-Zitronentee für den Nachwuchs und den kann man auch pur essen und mal schauen, wann heute geschlafen wird.

Kanalreinigungsroboter

Gerädert auf die Räder

Uhhh. Man vergiss echt schnell, wie unbequem so eine extra dünne Isomatte sein kann. Leider wurde über Nacht auch noch aus der Hüpfburg die Luft ablassen. Wir packen mehr oder weniger schnell ein und fahren zur Ruhrquelle. Schon wieder geht es bergauf… an der Ruhrquelle treffen wir wieder Oma und einen Lehrer, der uns erklärt, warum das Ruhrgebiet Ruhrgebiet heißt und warum Winterberg nicht dazu gehört. und dann geht sie endlich los, unsere Sommerreise.

Wir sausen den Berg hinab und weiter den Berg hinab und noch weiter den Berg hinab, die Ruhr schon ein richtiger Bach ist. Wir fahren am Biker-Imbiss vorbei, weil doch sicher noch eine schöne Möglichkeit für ein Eis, auch mit mehr Schatten, kommt. Pustekuchen. Zwei drei Anstiege weiter sind wir auch schon in Assinghausen, wo wir neben dem Georgshaus der Pfadfinder zelten. Die Asche ist noch warm, so ist ein Feuer schnell gemacht. Zum Abendbrot gibt es Möhreneintopf mit Knackern.

In

Zug tut gut

3:15 klingelt der Wecker. Schnell angezogen, Kinder geweckt, Zähne geputzt und schon schieben wir unsere Räder Richtung U-Bahn. Morgens um vier in der U-Bahn, zu aufregend zum schlafen.

In Spandau sammeln wir unser Frühstück ein und setzen uns damit ans Gleis. Erstes Mal mit dem Fahrrad im ICE und dann gleich erhöhter Schwierigkeitsgrad mit Kindern. Irgendwie schaffen wir in den Zug. Neben uns sitzt ein Reiseradler, der an einem Backpacking-Wettrennen teilnimmt. Sein Ziel sind 300 km am Tag. Bis Bukarest. Uff.

Wir fahren bis Dortmund, dort wollen wir in den RE nach Winterberg umsteigen… es gibt einen Ausgang, dass man den Fahrradbus nehmen soll. Also suchen wir den Fahrradbus. Wir stehen allein AM Haltepunkt und werden nervös. Dann kommt tatsächlich ein Reisebus mit Fahrradsnhänger. Wir bekommen ein Privatshuttle nach Winterberg. Wahnsinn.

es ist noch früh. Wir wollen zur Sommerrodelbahn, die ist natürlich auf den Berg. Auf geht es. Ziemlich erschöpft sind wir endlich oben angekommen und legen uns in den Schatten. Da kommt Oma und wir freuen uns riesig. Wir rodeln und die kleine ist ein flotter Feger. 6 mal rodeln wir.

Danach sausen wir den Berg wieder hinunter und kehren in der Dorf-Alm ein. Im Winter sicher eine Riesengaudi.

Völlig geschafft und mit letzter Kraft rollen und schieben wir zum Campingplatz. Hier steht eine Hüpfburg, aber wir sind zu müde. Die Zeltwiese ist unterm Sessellift und dementsprechend sehr schräg. Wir treffen eine junge Frau, die allein mit dem Fahrrad um NRW fährt.

Wir baden immer noch.

Wir haben zwar eine Seeschlange gesehen, wurden von dieser aber nicht aufgefressen. Wir baden noch ein paar Tage weiter und fahren Mitte nächster Woche zurück nach Deutschland.Foto wurde aus unserer neuen Hängatte heraus geschossen.

Ruhe und Frieden

Wir verlassen den als kinderfreundlich beworbenen Campingplatz fluchtartig. Im Internet suche ich nach einem familiären Campingplatz, einen solchen soll es zwanzig Kilometer weiter geben, also nix wie los. Mittags kaufen wir im Tesco ein, ein Wahnsinn. Der Laden ist riesig und alle sind total gestresst. Wir müssen noch einen Kindersitz für die Rückfahrt kaufen, werden aber leider nicht fündig. Der Spielplatz, den wir für die Mittagspause ansteuern gibt es leider nicht mehr. Egal, spielen wir halt Fußball.

Der Zeltplatz ist dann wirklich ziemlich schön. Er ist sehr klein und ziemlich schattig. Eine eigene Badestelle gibt es auch. Hier werden wir ein paar Tage bleiben und ordentlich baden gehen.

Budapest

Sight-seeing ist nicht. Kirchen, Museen und Parlamentsgebäude (wenn auch sehr ansehnlich), interessieren unsere Kinder einfach nicht. Wir gehen also erstmal shoppen und erledigen das Nötigste. Dann wollen wir auf den Spielplatz.

Die U-Bahn M3, wie offenbar auch jedes andere öffentliche Verkehrsmittel hier, ist barrierefrei begehbar mit extra Sitzen für Rollstuhlfahrer oder Kinderwägen. Allerdings nur wenn man langen Treppen bzw. die steile, lange Rolltreppe überwunden hat (sie erinnert mich an Bochum). Also wird geschleppt.

Wir fahren also zum Decathlon, zum dm und zum Mountex. Wir wollen ein anderes Zelt. Und Stühle. Motto kriegt außerdem einen neuen Ball und seine Geburtstagsgeschenk will noch gekauft werden. Zum Mittag gibt es Gyros Tortilla (in Deutschland bekannt als Dürüm Döner).

Wir versuchen auf andere Weise zurück bzw zum Spielplatz zu kommen, aber die M3 überrrascht mit einer Rampe fast bis zum Gleis, wir müssen also nur halb- zumindest beim einsteigen.

Der „Spielplatz“ stellt sich als einsame Schaukel heraus. Wir suchen den nächsten auf…er ist ähnlich ausgestattet. Seufz.

Ich gehe kurz einkaufen – heute gibt es Salat – und zurück auf dem Spielplatz sitzt meine Familie auf neuen Campingstühlen.

Wir bauen die Stühle gemeinsam ab (Motti kann dsd schon alles alleine, beteuert er) und lassen den Tag ausklingen.

Reisen mit dem Zug

Am Mittwoch wollten wir zum Bahnhof Budapest Deli und von dort mit dem Zug weiter. Zunächst aber regnete es etwas, so dass wir bei den Bikern blieben und etwas langsamer vorgehen. (Das Zelt wurde planmäßig zeitig vor Regeneinbruch abgebaut).

Am Bahnhof (komplett andere Seite der Stadt) angekommen, machen wir die gleiche Erfahrung wie schon am Vortag: Barrierefrei ist hier nix. Muttis mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrer bleiben offenbar zurück. Wir suchen uns ne stille Treppe und ich trage alle Sachen nach oben.

Oben angelangt sagt die Frau am Infoschalter, dass der Fahrradanhänger nicht in den Zug kann. Herrlich. Nach ein bisschen hin- und her auf deutsch und englisch, stellt sich das irgendwie als Missverständnis heraus und wir gehen zum Gleis. Der Zug ist schon da und der Eingang ist schmal und etwas erhöht. Ich zähle etwa vier Treppen-, nein, Leiterstufen.

Ein freundlicher Bahnmitarbeiter geht jedoch zielsicher zur Mitte(!) des Wagons und öffnet eine riesige Schiebetür. Dahinter verbirgt sich ein riesiges, leeres, Fahrradabteil.

Mit seiner eifrigen Hilfe ist alles schnell verladen und wir fahren glücklich in Richtung Balaton. Das ursprünglich angekündigte Umsteigen auf halber Strecke fällt irgendwie auch aus. Nach etwas mehr als zwei Stunden sind wir da. Nochmal alle Räder raus. Zum verlassen des Bahnhof nehmen wir wieder diverse Treppen.

Der angepeilte Zeltplatz ist ein bisschen entfernt, also satteln wir auf.

Wow, hier am Zeltplatz gibt es Kettcars, nen Tennisplatz und tausende von Leuten. Der Platz ist riesig. Von der Rezeption zum Platz für Zeltende fahren wir beinahe einen Kilometer. Man ist hier was los. Trotz Kettcars, beschließen wir hier nicht bleiben zu können. Die Autos dürfen neben den Zelten stehen, hier ist total viel Verkehr, auch wegen der irren Länge des Platzes.

Zum Abendessen gibt es Nudeln mit Soße. Motti hilft beim spülen und danach spielen wir mit den polnischen Nachbarn Fußball. Dzien dobre! Dziekuje. Mehr erinnere ich nicht mehr.

Dann regnet es nochmal und wir gehen schlafen.

Die Wasserrutsche sah im Prospekt leider hat anders aus.

Wir beschließen einstimmig weiter zu fahren, auch wenn der Bub gerne Kettcar fahren würde, die Kettcars sind aber ohnehin ständig von großen Kindern belegt.

Und aus den Zelten dringt leise Manowar

Freddy holt Frühstück für uns. Es gibt also Croissants und Brötchen mit Paprikastückchen drin. Das schmeckt mit Schokocreme erstaunlich mittel. Wir bauen sehr langsam ab und kaufen gleich noch einmal ein. Die Brötchen sind inzwischen ausverkauft, aber grundsätzlich scheint der Ungar seinen Wocheneinkauf am Sonntag zu erledigen. Voll bepackt mir guten Sachen geht es los. Beinahe überfahren wir eine Schlange und erschrecken und mordsmäßig. Die Schlange bestimmt auch. Bei Nagymaros ist ein Strandbad, nebenan gibt es eine Lounge für junggebliebene Eltern mit elektronischer Musik, Spielküche, Spielbaggern und veganem Essen. Wir bestellen Dinge, die ganz hervorragend sind und Freddy lässt sich ein erfrischendes Getränk ohne Alkohol empfehlen, welches sich als Apfelschorle herausstellt.

Die Kinder spielen und fallen schon nach wenigen Metern über im Anhänger in den Tiefschlaf. Wir gönnen es ihnen von Herzen. Wir überholen einen Vater, der mit seinen zwei Kindern auf dem Liegerad unterwegs ist. Leider trägt niemand einen Helm und die Kinder nicht einmal einen Sonnenhut. Wir zuppeln unsere Warnwesten gerade und überlegen, wer hier einen an der Waffel hat. In Vác wollen wir zelten. Den Zeltplatz mit Hostel oder anders herum finden wir auch gut, leider ist der Chef nicht da und nur Freunde von Freunden und Zelten…, unklar, niemand weiß Bescheid. Irgendwie machen wir verständlich, das wir wirklich Zelten wollen, und wird aber noch ungefähr 15 Mal ein Zimmer angeboten, „wegen der Kinder“. Wir lehnen dankend ab. Jemand schleppt drei kleine Kätzchen an, die Kinder sind von den Socken. Der Große tut, was ein Kind in so einer Situation anscheinend tun muss und fängt an die sehr geduldigen Tiere durch die Gegend zu tragen. Wir bauen eine Katzenangel und der Bub verspricht, den Katzen nicht in den Schutthaufen hinterher zu steigen. Das kann ja was werden. Nach und kam noch ein Vater mit seinem 14-Jährigen Sohn Erik vom Prenzlberg an und ein Ami mit seiner Hängematte. Die Freunde der Freunde hatten sich mittlerweile an Zeltende gewöhnt und ließen uns gewähren. Am nächsten Morgen lernt der Bub von Erik, was eine Zahnspange ist und trägt fleißig Katzen durch die Gegend. Dann auf zur Fähre, hier müssen wir lange warten und vertreiben und die Zeit mit Brötchen Essen.

Der Weg nach Budapest rein ist sehr nett, das heißt, wir sind vernünftig und nehmen den Wasserbus, der uns die letzten Kilometer in die Stadt bringt. Jetzt liegen wir gerade in unserem Zelt, das auf einem Hinterhof zusammen mit 25 anderen Zelten dicht an dicht steht. Das ganze heißt Bikercamp und hier dürfen nur Motorradfahrer und Radler zelten. Das ist eine witzige Mischung. Die Rocker hören harte Gitarrenmusik (in angemessener Zeltplatzlautstärke, tragen schwarz und sind sehr nett. Die Radler tragen Funktionskleidung, tauschen Streckeninfos uns und sind natürlich auch sehr nett. Der Große darf sich dilen Blasebalg der Nachbarn ausleihen und findet dies sehr nett.

Achja, in Ungarn darf man Enten nicht nur füttern, nein, es gibt auch noch Entenfutterautomaten.

Eine echte Fähre

Heute morgen macht sich mein Schlafmangel bemerkbar. Die Kleine hatte ein paar unruhige Nächte und wir kommen nicht oft früh ins Bett. Also legen die Kleine und ich uns nochmal auf die Wiese und die Jungs gucken den Wasserballern zu die heute das Schwimmbecken in Beschlag genommen haben. Mittags essen wir dann noch lecker Pizza und dann geht es endlich los. Erst fahren wir kreuz und quer durch die Stadt und suchen den Radweg. Dieser führt sehr schön sie Donau entlang. Die Basilika von Esztergom sieht sehr imposant aus und wir ärgern uns etwas, diese nicht besucht zu haben. Erfahrungsgemäß ist dies mit den Kindern ohnehin nicht so leicht. Dann folgt endlich wieder Hauptstraße und nach wenigen Kilometern müssen wir eine echte Fähre über die Donau nehmen.

Auf der anderen Seite finden wir einen schönen Schattenplatz mot Blic auf d Donauuehund endlich, endlich eine Langos-Bude, die augenscheinlich den halben Ort ernährt.

Achja, Freddy kaufte Eis und Kaffe für uns, irgendwie war aber ungefähr eine halbe Tasse unterwegs in Richtung seines Mundes verloren gegangen. Ich bat um eine Tasse rabenschwarzen Kaffees als Ersatz. Dank Sprachbarriere habe ich dann wenig später Kaffee mit Eis, Milch, Sahne, Karamellsirup und Zimt obendrauf getrunken. Auch lecker.